Fundtiere

Im Pyrmonter Tierpark sind die Bärchen los
Von Karin Heininger

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Bad Pyrmont. Nicht dass hier irgendjemand glaubt, wir wollten ihm einen Bären aufbinden: Nach Berlin und Nürnberg hat jetzt auch der Pyrmonter Zoo seinen bärenstarken Nachwuchs. Zwei süße kleine Knuddel-Teddys der Gattung Ursus thibetanus wurden gestern mittag als absolute Sensation vom Tierpark-Pächter Linus Kampe und seinem Team der Öffentlichkeit präsentiert.

Maria und Gerd, ein schon älteres asiatisches Schwarzbären-Paar, bekamen Ende Januar männliche Zwillinge. Da die beiden Kolosse ihr Liebesleben stets streng geheim hielten, hegte vorher niemand Verdacht. ,,Die hat was!“, befürchtete allerdings Tierpfleger Michael Haentjes, als sich Maria immer öfter in ihren Stall zurückzog. ,,Ja, die hat was – nämlich Junge“, verkündete Kollegin Miriam Huger eines Morgens strahlend ihre unglaubliche Entdeckung.

Weil die Winzlinge (klein wie Meerschweinchen) sich erst einmal stabilisieren sollten, blieb zunächst alles ganz geheim. Während der unberechenbare Gatte Gerd von der Familie getrennt wurde und die Tierpark-Mitarbeiter vorsichtig, aber völlig hingerissen auf die leisen Schmatzlaute aus dem Bärenhaus lauschten, konnte Maria in aller Ruhe ihre beiden Knaben säugen und großziehen.

,,Das hat uns besonders gefreut, weil eine Naturaufzucht für die Entwicklung der Kleinen sehr von Vorteil ist“, betont Linus Kampe. Er hat recherchiert, dass es die erste deutsche Nachzucht dieser bestandsbedrohten Tiere seit über zehn Jahren ist. Nach der Entwöhnung von der Mutter soll dann ein ,,gutes Zuhause“ mit artgerechter Unterbringung für die beiden gesucht und hoffentlich auch gefunden werden.

Besucher und Bären betrachten den Rummel

Bei der ersten Pressekonferenz gestern war der Bär los, und auch zahlreiche Besucher beobachteten als Zaungäste den Medienrummel. Zunächst musste jedoch Maria abgelenkt und von ihren Kleinen getrennt werden. Mit großen schwarzen Augen blickten die noch namenlosen Babys neugierig und keineswegs scheu in zahlreiche Kameras, tapsten unbeholfen über den Rasen, beschnupperten vorwitzig das eine oder andere Mikrofon, kuschelten sich dann aber schnell wieder in die Arme ihrer Pfleger Miriam und Michael, die sie seit einigen Wochen als gelegentliche Babysitter voll akzeptieren.

Auch Bürgermeisterin Elke Christina Roeder, die ihre kleinsten ,,Neubürger“ persönlich und ganz begeistert begrüßte, durfte eins der drei Kilo schweren Babys auf den Arm nehmen. Doch ob die Kleinen nun der Bärenhunger plagte oder die Sehnsucht nach Mutter Maria: Das klägliche Maunzen der beiden wurde immer intensiver – und die Wiedersehensfreude war dann groß.

Einen Namen haben die Bärchen noch nicht. Bei einem Kinderfest am 17. Mai sollen sie getauft werden. Vorschläge können per Email an tierpark-badpyrmont@online.de oder schriftlich beim Tierpark eingereicht werden. Als Dankeschön winkt ein Treffen mit den Teddys. Sie werden übrigens täglich zwischen 15 und 16 Uhr im Bärengehege zu ,,besichtigen“ sein – falls Maria mitspielt, denn Stress für die kleine Familie will das Tierpark-Team auf jeden Fall vermeiden.

Artikel vom 15.04.2009 - 19.00 Uhr
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