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"Ich wusste nicht, ob ich das überleben werde"

Prozess nach "überfallartigen Sexualdelikten" in Hameln hat begonnen
Redha M. muss sich vor dem Landgericht einer versuchten und wegen einer vollendeten Vergewaltigung verantworten. Beiden Taten sollen 2015 in Hameln von ihm verübt worden sein. Foto: ube
Redha M. muss sich vor dem Landgericht einer versuchten und wegen einer vollendeten Vergewaltigung verantworten. Beiden Taten sollen 2015 in Hameln von ihm verübt worden sein. Foto: ube
Redha M. muss sich vor dem Landgericht einer versuchten und wegen einer vollendeten Vergewaltigung verantworten. Beiden Taten sollen 2015 in Hameln von ihm verübt worden sein. Foto: ube
Redha M. muss sich vor dem Landgericht einer versuchten und wegen einer vollendeten Vergewaltigung verantworten. Beiden Taten sollen 2015 in Hameln von ihm verübt worden sein. Foto: ube
landgericht Hannover
Foto: ube

Hameln (ube). In Hannover hat am Dienstagvormittag um 9 Uhr der Prozess gegen einen 37 Jahre alten Asylbewerber aus Algerien begonnen - der Mann muss sich vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Hannover wegen einer versuchten und wegen einer vollendeten Vergewaltigung verantworten. Der Angeklagte Redha M. hat sich zu den Vorwürfen geäußert. Zur Stunde sagt das zweite Opfer aus. Aus dem Landgericht Hannover berichtet Ulrich Behmann.

 

Update ++ 10:50 Uhr +++

Die heute 25-jährige Frau, die am frühen Morgen des 30. August in einem Durchgang an der Bahnhofstraße vergewaltigt wurde, hat soeben den Täter im Gerichtssaal identifiziert. Er sitze auf der Anklagebank, sagte das Opfer. Die Studentin hat das Verbrechen in allen Einzelheiten geschildert. Ihr waren während der Tat zahlreiche Verletzungen zugefügt worden. Unter Tränen sagte sie: "Ich wusste nicht, ob ich das überleben werde." Wochenlang konnte sie nicht mit eigener Kraft aufstehen. Noch heute hat sie die Bilder von der Tat in ihrem Kopf - die junge Frau leidet sehr unter dem Geschehen. Sie wurde lange Zeit von Ärzten behandelt, wird bis heute psychologisch betreut. Hatten Sie Todesangst?, fragt die Oberstaatsanwältin. "Ja, am Ende hatte ich Angst, zu sterben", antwortet das Opfer.


Update ++10:20 Uhr ++ 

Der Angeklagte Redha M. hat sich zu den Vorwürfen geäußert. Er gibt zu, das erste Opfer im Hamelner Bürgergarten getroffen und auf Französisch angesprochen zu haben. Die Frau sei daraufhin stehengeblieben. Sie habe Deutsch gesprochen. Redha M. gibt zu, die Frau kurz darauf umarmt und an die Brust gefasst zu haben. "Ich wollte meinen Spaß", sagt er. "Sie war ängstlich, vermutlich weil sie gemerkt hat, dass ich Alkohol getrunken habe." Passiert sei aber nichts, Gewalt will er nicht ausgeübt haben. Mit der brutal ausgeführten Vergewaltigung, die ein paar Wochen Wochen später in einem Durchgang an der Bahnhofstraße verübt wurde, will er überhaupt nichts zu tun haben. Wie sein Blut an den Tatort und seine Hautzellen in den Körper der Frau gekommen sind, will der Vorsitzende Richter wissen. Der Angeklagte sagt man habe ihn zu Boden geworfen und ihm das Portemonnaie gestohlen. Offenbar meint er die Zeugen, die der am ganzen Körper verletzten Frau zur Hilfe geeilt waren. Das mit den Hautzellen könne er sich nicht erklären. Er behauptet: "Das stimmt gar nicht. Ich habe nichts gemacht." Anderslautende Aussagen, die er bei der Polizei gemacht hat, erklärt er so: "Vielleicht Missverständnisse. Da war ein Dolmetscher aus dem Irak. Der hat vielleicht nicht alles richtig verstanden." Niemand im Saal scheint dem Angeklagten zu glauben. Der Angeklagte spreche kein Hocharabisch, nur einen algerischen Dialekt, merkt der vereidigte Sprachmittler wenig später an. Zur Stunde sagt das zweite Opfer aus.

 

Hintergrund:

Die Verbrechen, die Redha M. zur Last gelegt werden, haben sich im Spätsommer 2015 in Hameln ereignet. Im ersten Fall soll der Mann, der als Flüchtling Emmerthal zugewiesen worden war, am frühen Morgen des 24. Juli unvermittelt eine 48-Jährige angegriffen, zu Boden gerissen und sexuelle Handlungen an ihr durchgeführt haben. Zu einem vollendeten Sexualdelikt kam es wohl nur deshalb nicht, weil Zeugen einschritten.

 Etwa sechs Wochen später, am 30. August, soll der Nordafrikaner erneut zugeschlagen haben. Er steht im Verdacht, in den frühen Morgenstunden in Bahnhofsnähe eine Frau (24) in einen dunklen Durchgang gezerrt und sich an ihr sexuell vergangen zu haben. Auch in diesem Fall schritten Zeugen ein. Der Nordafrikaner sitzt seit der zweiten Tat in U-Haft. Verteidigt wird er von Rechtsanwalt Ulrich Schmidt aus Hameln. Im Gerichtssaal H2 sitzen auch ein rechtsmedizinischer und ein psychiatrischer Gutachter.

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