Aerzen - Emmerthal

„Giftige Schwefelsäure ausgelaufen“
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Esperde (gro). Kalt ist es am Samstagmorgen, und die Sonne ist noch nicht aufgegangen, als fünf Minuten nach der Alarmierung um 7.50 Uhr das Feuerwehrauto mit Schlauchanhänger, Blaulicht und Sirenengeheul durch Börry in Richtung Esperde prescht. Dort ist hinter einer Scheune in der Ilsestraße 10 ein Trecker mit Anhänger in Schieflage geraten. Auf Letzterem stehen zwei Kunststoffbehälter mit je 1000 Liter Schwefelsäure, aus einem tritt etwas Säure aus. Giftige Dämpfe entweichen nicht nur direkt aus dem Behälter, sondern auch aus der Kanalisation, in die etwas Säure hineingelaufen ist.

Nur gut, dass es sich bei dem Schreckensszenario lediglich um eine Übung handelte, die sich der stellvertretende Gemeindebrandmeister Frank Melde ausgedacht hat.

Eigentlich sollte die Übung erst zwischen 8 und 8.30 Uhr beginnen, doch der Mieter der Ilsestraße 10 hat die Feuerwehreinsatzleitstelle schon früher angerufen, und so kommt auch Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke „zu spät“. „Na wartet. Bei der nächsten Übung sage ich gar nichts und alarmiere einfach,“ kommentiert Wöbbecke mit einem Lachen.

Schon nach kurzer Zeit treffen 18 Feuerwehrfahrzeuge mit insgesamt 65 Brandschützern ein. Es sind die Wehren aus Börry, Esperde, Grohnde, der ABC-Zug des Landkreises Hameln-Pyrmont und die Gefahrguteinheit aus Kirchohsen. Zum Einsatz kommen Atemschutzgeräteträger und vor allen Dingen elf Feuerwehrleute mit Vollschutzanzügen. Sie pumpen die Kunststoffbehälter mit der „Schwefelsäure“ leer, während sich draußen auf der Straße und rund herum um das Grundstück weitere um die Sicherung kümmern. Zwei Stunden nach Übungsbeginn zieht Kreisbrandmeister Wöbbecke Bilanz: „Es gab kleine Probleme im Umgang mit dem technischen Gerät. Die sind aber im Rahmen der Ausbildung zu lösen.“ Thomas Klemme, Leiter der Gefahrguteinheit pflichtet bei: „Zu verbessern gibt es immer etwas, dafür über wir ja.“ Schwierigkeiten gebe es zudem immer wieder mit der alten Funktechnik. Besonderen Dank sprach Gemeindebrandmeister Will Pflughaupt der Feuerwehr Grohnde aus, denn „bei euch gab es falschen Alarm. Ihr wart gar nicht vorgesehen“. Dass sie trotzdem kamen, wurde mit Gelächter und Applaus honoriert.

Mit grünen Vollschutzanzügen nahmen elf Brandschützer der Gefahrguteinheit aus Kirchohsen die „Bergung“ und „Sicherung“ der Schwefelsäure in Angriff.

Fotos: gro

Aus der Kanalisation drangen giftige Dämpfe, die mit befüllten Wasserkissen davon abgehalten wurde, weiter auszutreten.

Artikel vom 24.10.2011 - 06.00 Uhr
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