Bodenwerder
Fusionsantrag ist auf dem Weg nach Hannover…nachdem sie die letzten Unterschriften geleistet hatten.
Bodenwerder (fhm). „Jetzt geht es nach Hannover“, sagen Ernst-August Wolf und Willi Bost. Die beiden Samtgemeindebürgermeister von Bodenwerder und Polle setzen den letzten Schlussakkord für den Zusammenschluss ihrer beiden Samtgemeinden.
Nachdem beide Räte der Fusion endgültig zugestimmt hatten, haben Wolf und Bost gemeinsam die Unterlagen für den Fusionsantrag fertiggestellt und die letzten Unterschriften geleistet. „Die neue Hauptsatzung von Bodenwerder-Polle, der Gebietsänderungsvertrag, die Übergangsregelungen und schließlich der Antrag auf Zusammenlegung selbst gehören dazu“, berichten die beiden Hauptverwaltungsbeamten.
In der Samtgemeindeverwaltung Polle leisten Wolf und Bost im kleinen Sitzungssaal die Unterschriften, die am 1. Januar 2010 die neue Samtgemeinde Bodenwerder-Polle ins Leben rufen werden. „Alle Verwaltungsmitarbeiter haben intensiv und engagiert an der Fusion gearbeitet“, loben die beiden Verwaltungschef ihre Mitarbeiter.
„Die 55 Seiten haben eine hohe Qualität“
Neben den offiziellen Antragsunterlagen müssen auch alle Beschlüsse der Gemeinderäte und eine Begründung, warum Bodenwerder und Polle überhaupt fusionieren sollen, zum Antrag auf Zusammenlegung gehören. „Diese Arbeit hat hauptsächlich Fred Burkert geleistet“, sagt Ernst-August Wolf. „Diese 55 Seiten haben eine sehr hohe Qualität“, lobt Wolf die Ausfertigung, die neben den verwaltungstechnischen und politischen Vorteilen auch die historische Verbundenheit und die bisherige interkommunale Zusammenarbeit von Bodenwerder und Polle darstellt.
„Wir geben jetzt gemeinsam die Unterlagen auf die Reise nach Hannover“, erklären Ernst-August Wolf und Willi Bost, als die den Briefumschlag in den Briefkasten werfen. „Das Innenministerium wird über unseren Antrag entscheiden.“
Bisher musste eine Zusammenlegung zweier Samtgemeinden durch den Landtag per Gesetz geregelt werden. Aber die derzeit diskutierte Novellierung der Niedersächsischen Gemeindeordnung sieht vor, Fusionen auch die Rechtsverordnungen durchführen zu können. „Wenn der Landtag die Änderung der Gemeindeordnung so beschließt, könnte die Fusion von Bodenwerder und Polle schon im August per Verordnung beschlossen werden“, macht Willi Bost den weiteren Weg deutlich.
Dann würde am 1. Januar 2010 die neue Samtgemeinde Bodenwerder-Polle das Licht der Welt erblicken. In einer Übergangsphase würde zunächst Willi Bost für vier Monate als Samtgemeindebürgermeister von Bodenwerder-Polle die Verantwortung tragen. Im März 2010 sollen dann der neue Samtgemeinderat und der Samtgemeindebürgermeister von den Bürgern gewählt werden. Bis dahin werden die bisherigen Samtgemeinderäte Bodenwerder und Polle zusammen die Verantwortung tragen.
Wenn dann im April der neue Samtgemeinderat erstmals zusammentritt und der ebenfalls neu gewählte Samtgemeindebürgermeister seinen Amtseid leistet, werden Ernst-August Wolf und Willi Bost ihre Arbeit beenden.
Vor vier Jahren hatten beide Samtgemeinden mit Gesprächen über eine freiwillige Fusion begonnen. Jetzt ist das Ziel direkt vor Augen. „Wir haben gemeinsam viel Arbeit investiert, besonders unsere Mitarbeiter“, sagen Wolf und Bost. Dass der Zusammenschluss in Niedersachsen Vorbildcharakter hat, erkennen beide Hauptverwaltungsbeamte daran, dass immer wieder andere Gemeinden aus Niedersachsen bei ihnen anfragen. „Aus Lüchow-Dannenberg, Samtgemeinden aus dem Harz oder andere Kommunen fragen uns inzwischen, wie wir das gemacht haben“, erzählen Wolf und Bost. „Wir geben gerne Auskunft und sagen immer wieder dabei, dass unsere Motivation ist, den Bürgern zukunftsfähige Strukturen zu bereiten.“
Die beiden Samtgemeindebürgermeister Willi Bost aus Polle und Ernst-August Wolf aus Bodenwerder (rechts) werfen die Unterlagen für den Fusionsantrag in den Briefkasten…