Wir von Hier

Ein Verein für Jung und Alt

Tündern (gro). „Warum müssen Heimatvereine sein? Haftet diesen nicht so ein bisschen der Ruf des Altmodernen, des Überkommenen an? Wittert nicht mancher gleich eine Gesinnung, wie sie vor gut 70 Jahren in unserem Land zu viel Unheil geführt hat?“ Diese Fragen stellte der Vorsitzende Herbert Habenicht gleich zu Beginn der Jahreshauptversammlung des 809 Mitglieder zählenden Verein für Heimatpflege und Grenzbeziehung „Tundirum“ in Tündern. Die Antwort darauf blieb der Vorsitzende nicht schuldig. Wer sonst wie der Heimatverein kümmere sich um die regionale Geschichte, halte gutes dörfliches Brauchtum am Leben, stelle sich der Aufgabe zum Erhalt vieler dörflicher Einrichtungen und Anlagen, ja, wo könnten gesellschaftliche und politische Diskussionen geführt werden, ohne gleich einer Partei angehören zu müssen und wo sonst werde Plattdeutsch gesprochen, Theater gespielt oder werde durch Hobby-Musiker zur Quetsche und Mundharmonika gegriffen? All das doch nur, weil spätestens jetzt klar sei: ein Heimatverein pflege die Dorfgemeinschaft, halte sie zusammen und das werde gerade in heutiger Zeit am Nötigsten gebraucht. „Unser Verein ‚Tundirum‘ lebt und entwickelt sich weiter, und das zum Wohl unseres Dorfes Tündern und seiner Anwohner,“ sagt Habenicht. Wer übrigens glaube, der Heimatverein Tundirum sei nur etwas für die Alten, der liegt falsch. Gut 100 Kinder sind Mitglied in der Sparte Museumskinder, und das schon als Kleinkinder. Sie wachsen mit der Tradition auf, und die Älteren unter ihnen betreuen sie, zusammen mit Doris Habenicht. Seit acht Jahren ist die 14-jährige Isabel Kuessner dabei. „Es macht Spaß mit den Kleinen viel zu machen“, sagt sie. Ihre Freundin Carolin Brede fügt hinzu: „Das Museum gefällt mir, weil es klein und süß ist – nicht so groß wie zum Beispiel in Hannover.“ Die 13-jährige Leonie Kremer bringt es auf den Punkt. „Wir backen, basteln, bosseln, fahren Kanu – machen eben viele Sachen, die sonst nirgendwo gemacht werden.“ Eine besondere Ehrung wurde im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Verein Tundirum Günter Pfennig zuteil. Nach 35 Jahren erfolgreicher Vereinsarbeit trat er nun von seinem Amt als Wanderwart zurück. Die Förderung der Geselligkeit und der Gesundheit der Mitglieder stand dabei für Pfennig immer im Vordergrund, zudem sein stetes Engagement für den Verein mit Rat und Tat über seine Aufgabe hinaus. Diese ehrenamtliche Arbeit angemessen zu würdigen, nahm der Vorstand zum Anlass, Günter Pfennig zum Ehrenmitglied zu ernennen, und der Vorsitzende stellte ausdrücklich und nicht höher loben zu können fest: „Günter Pfennig hat sich um unser Dorf verdient gemacht.“

Artikel vom 10.02.2010 - 19.00 Uhr
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