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Mythen gab es in der Hamelner Sumpfblume nicht, aber manche Legenden

Ein Härtz und ein Café…

Mein Härtz lässt dich grüßen.

veröffentlicht am 29.08.2009 um 06:35 Uhr

Alter Sumpfechef: Wolfgang Meier (Mitte) mit Team. Vieles, was d

Wer?

Mein Härtz!

Wen? Dich!

Sumpfblumengänger der ersten Stunde(n) wissen natürlich sofort, von wem hier die Rede ist: Die Gruppe „Mein Härtz lässt dich grüßen“ war so etwas wie die „Haus-Band“ der Sumpfe.

Karsten Holexa, heute Geschäftsführer des Hamelner Radiosenders Radio Aktiv und damals nicht nur Sumpfe-Aktivposten, sondern auch Drummer besagter Gruppe, erinnert sich: „Wir haben regelmäßig Konzerte in unserem Kulturzentrum am Güterbahnhof gegeben. Es war Funk mit deutsch-englischen Texten, eigentlich eine sehr schöne Mischung.“ Viele Hamelner empfanden dies genauso. Die Konzerte, mindestens einmal im Jahr und meistens am zweiten Weihnachtsfeiertag, waren gut besucht. Mit von der musikalischen Partie waren unter anderem die Sumpfe-Gründer Harald Severin und Ulrich Schlieker, aber auch ein gewisser Dirk Engelhardt. „Der ist heute ein sehr gefragter Saxophonist im Jazz- und Klassikbereich“, sagt Holexa. Er selbst hingegen habe das Schlagzeugspielen aufgegeben, obwohl die Band damals von Flensburg bis Nürnberg Konzerte gab und auch eine Langspielplatte veröffentlichte.

Übrigens: Aus der Band hervorgegangen ist die erste Wohngemeinschaft in Hameln-Pyrmont: in Posteholz. Auch Holexa gehörte zu den acht Mitbewohnern. Es war der Anfang einer Ära, denn weitere Wohngemeinschaften gründeten sich in den Städten und Gemeinden rund um die Rattenfängerstadt. In Bezug auf das Kulturzentrum hatten sie eine besondere Bedeutung. „Immerhin richteten sie im ständigen Wechsel Anfang der achtziger Jahre das Sumpfblume-Sonntagscafé aus.

Das Sonntagscafé wurde legendär

Es wurde zu einem legendären Treff, und wenn schon die Jugendzentrumsbewegung der siebziger Jahre, aus denen die Sumpfblume hervorgegangen ist, gescheitert war, dann war dieses Sonntagscafé durchaus eine ernst zu nehmende Angelegenheit, denn der Freundeskreis rund um die Sumpfblume wurde größer und größer. Das war gut, denn „in den achtziger Jahren ging es darum, Schulden abzubauen und eine neue Basis zu schaffen“, sagt Holexa.

Eine Plattform für heimische Bands. Ein Ort für Lyrik und Lesung. Ein Domizil für besondere Kinoabende. Eine Bühne für bekannte Gruppen. – Das alles wurde die Sumpfblume. Selbst weltbekannte Künstler wie Rock- und Bluessängerin Inga Rumpf, Jazzposaunist Albert Mangelsdorff und Hannovers damals aufstrebende Rocker von Fury In The Slaughterhouse fanden den Weg in das kaum 300 Zuschauer fassende Kulturzentrum am Güterbahnhof. „Manchmal waren es auch 350 Zuschauer, da passte keine Maus mehr rein“, erinnert sich Karsten Holexa.

So war und ist die Sumpfblume bis heute ein Ort der Kultur, für den oft mit Erfolg gekämpft wurde. Im Grunde eine Härtzensangelegenheit, denn:

Wer?

Mein Herz!

Wen? Dich!



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