DIALOG ARCHIV DEWEZET
Beim Square Dance wird auf Zuruf getanztAuf Konzentration und Können kommt's beim Square Dance an. Rechts: Vereinsvorsitzender Bruno Täuber. Links: Erholungspause. Fotos: nls
Hameln (kar).
Sie müssen auf Zack sein und blitzschnell schalten, wenn sie vom "Caller" verschlüsselte Anweisungen erhalten: Für Square Dancers ist Konzentration und Können das A und O ihrer Sportart. Eine Sportart, der man heute noch den Ursprung, die Quadrille, ansieht. Und bei der man mächtig ins Schwitzen geraten kann.
Schnelles Reaktionsvermögen und ein gutes Gedächtnis wird von Square-Tänzern verlangt: "Immerhin muss man 72 Figuren erlernen", sagt Bruno Täuber, Vorsitzender der Weser Fun Dancers - Hameln, die als eigene Sparte dem TSV Schwalbe Tündern von 1911 angegliedert sind. 19 Mitglieder zählen die Weser Fun Dancers bislang. "Es könnten mehr sein", würde sich Täuber über Zuwachs freuen und erklärt: "Aufs Alter kommt es dabei nicht an." Von 19 bis 60 Jahre jung sind denn auch die Mitglieder dieses Vereins, der 2004 von Täuber gegründet worden ist.
Um Verwechslungen auszuschließen: Mit "Western Dance" oder gar "Line Dance" hat Square Dance rein gar nichts zu tun. Zwar ist diese ursprünglich europäische Tanzform auch irgendwann mal über den "großen Teich" nach Amerika geschwappt - Fans aber hat der Square Dance längst überall auf der Welt. Und die können problemlos miteinander tanzen, da die Figuren seit 1978 weltweit standardisiert sind.
"Square Dance besteht aus vier Paaren", erläutert Täuber. Sie bilden ein "Square". Regie führt der "Caller", der Zurufer. Nur er hat die Choreographie im Kopf. Die Tänzer reagieren auf seinen Zuruf, müssen die Schrittfolgen drauf haben, die sich hinter den englisch benannten Figuren verbergen. Und prompt umsetzen, wenn der "Caller" - meist verschlüsselt - seine Anweisungen gibt.
"Das macht Spaß", wissen Täuber und seine Weser Fun Dancers. Der steht bei aller Konzentration und einem gewaltigen Lernpensum, das absolviert werden muss, im Vordergrund. "Das schnelle Umsetzen der Figuren ist eine ständige Herausforderung", sagt Täuber und bekennt: "Man freut sich, wenn man ein Lied durchgetanzt hat, ohne dass der Square zusammengebrochen ist."
Seine ersten Erfahrungen mit dem Tanzsport hat der EDV-Fachmann in Hannover gemacht. "Da habe ich die Freude in den Gesichtern der Tänzer gesehen", erzählt Täuber. Er wusste sofort: "Das ist mein Sport." Seine Begeisterung war ansteckend. Täuber scharte Lernwillige um sich, gewann Heiner Fischle (70) aus Hannover als "Caller" - "ein Urgestein", das über 30 Jahre "Caller"-Erfahrung verfügt. Und los ging's mit dem Erlernen der Schrittfolgen. "Ein Dreivierteljahr braucht man schon, um die Figuren zu beherrschen", weiß Täuber. Und: "Man muss regelmäßig zu den Übungsabenden gehen, sonst kommt man ins Hintertreffen." Einmal pro Woche wird zwei Stunden lang geprobt. Zu Anfang war der Square Dance für alle Neuland. "Heute ist das einfacher", ist Täuber sicher, "jetzt können ja die Erfahrenen, die so genannten Angels, den Anfängern helfen".
Geselligkeit wird groß geschrieben. Täuber: "Das ist Tradition in den Square Dance-Clubs." Das Vereinsleben wird rege von Club zu Club gepflegt. Man besucht sich gegenseitig. Dabei wird gern das Banner des anderen Vereins "geklaut", das dieser sich beim Gegenbesuch wieder zurückholen muss. So findet fast zwangsläufig ein intensiver Austausch unter den Square Dance-Vereinen statt.
Am Samstag feiern Hamelns Square Dancers die lang ersehnte Graduation. "Das ist Ziel jedes Vereins", so Täuber. Danach nämlich könne man überall mittanzen. "Vorher ist man nur Student." Vereine aus der Umgebung haben zugesagt, wenn die Hamelner ihr Können unter Beweis stellen und am Ende mit Urkunden belohnt werden. Die weisen die Tänzer dann als "Bachelor of Square Dancing" aus. Und der wichtigste Schritt in dieser Tanzsportart ist geschafft!
Graduation
: Samstag, 3. Februar, ab 15 Uhr im Kulturzentrum Tönebön am Klüt, Breckehof 1.
Infos:
Bruno Täuber, Tel.: 05151/958819, E-Mail: bruno-taeuber@t-online.de