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Hamelns DRK räumt mit dunkler Vergangenheit auf
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Emil Busching
Hameln (wft). Die Hamelner Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes hat sich von ihrem früheren Vorsitzenden Emil Busching, 1963 zum Ehrenvorsitzenden des DRK Hameln ernannt, wegen dessen NS-Vergangenheit distanziert. Das berichtet der Ortsvereinsvorsitzende Wilfried Altkrüger und erklärt: „Diese Entscheidung des Vorstands wurde einstimmig gefällt.“ Gleichzeitig habe sich das Gremium davon distanziert, dass Busching 1958 vom DRK-Kreisverband Hameln-Stadt e.V. für die Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland vorgeschlagen worden sei. Eine Initiative, die auch von der Stadt Hameln unterstützt wurde. Am 20. Mai 1959 wurde Busching das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik verliehen.
 Der 63-jährige Altkrüger, seit April 2008 Vorsitzender des DRK-Ortsvereins, brachte seinen Vorstand zu dieser Entscheidung, nachdem er sich vor etwa einem Jahr daran gemacht hatte, die Geschichte und den Ausgangspunkt des Hamelner DRK zu erforschen. Er folgte der Spur des 1891 geborenen Emil Busching durch die Akten des Stadtarchivs bis ins Bundesarchiv und wurde fündig. Das Ergebnis ist eine Dokumentation mit dem Titel „Die Karriere des Emil Busching in der Stadt Hameln 1933-1963“. Busching war bereits 1931 NSDAP-Mitglied geworden und hatte „im Handstreich“, wie Altkrüger sagt, im September 1933 den Rotkreuz-Ortsverein Hameln übernommen und sofort das „Führerprinzip“ durchgesetzt. Die leitenden Positionen in der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Hameln wurden unverzüglich mit Führern des SA-Sanitätsdienstes besetzt, jüdische Mitglieder mithilfe des „Ariernachweises“ aus den Führungspositionen gedrängt. Busching selbst machte parallel Karriere in der Stadtverwaltung, wurde hauptamtlicher Dezernent, zum Senator ernannt und ständiger Stellvertreter des Oberbürgermeisters Detlef Schmidt. Als dieser 1941 bis 1943 seinen Kriegsdienst leistete, wurde Busching amtierender Oberbürgermeister und damit zugleich oberster Dienstherr der örtlichen Polizei. Und als solcher war er mitverantwortlich für die Ende März 1942 erfolgte Festnahme und Überführung von 29 jüdischen Bürgern in das Lager Ahlem bei Hannover, von wo aus sie in Massentransporten in das Getto Warschau und später in die Vernichtungslager Auschwitz, Treblinka und Theresienstadt verschleppt wurden und dort den Tod fanden.
 Dass Busching ein Scharfmacher und kein harmloser Mitläufer war, belegen Zitate, die Altkrüger in seiner Dokumentation anführt, etwa zur uneingeschränkten Unterstützung des als „Mördersturm“ berüchtigten Hamelner SA-Schlägertrupps. Altkrüger zitiert eine Äußerung Buschings über den Senator a.D. Müller mit den Worten: „Der Wert dieser Erklärungen ist am besten daraus zu ersehen, daß z.B. Herr Senator a.d. Müller noch einige Wochen nach der Machtergreifung der NSDAP sich öffentlich in gehässiger Weise über den Reichskanzler äußerte und ihn auf dem Marktplatz vor Reichsbannerleuten als Lügner bezeichnete. Nur dem Umstand, daß die hiesige SA. sich an dem Tage in Pyrmont befand, hat er es zu verdanken, daß er noch am Leben ist.“ Ein unverhohlenes Bekenntnis, dass er eine Ermordung Müllers nicht nur gebilligt, sondern sogar befürwortet hätte.
Artikel vom 13.08.2009 - 20.07 Uhr

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