Fussball
Der Supercup und die VerschwörungstheorieVon Andreas Rosslan
Darf Latferdes Torjäger Alexander Liebegott auch beim 5. Dewezet-Supercup jubeln? Foto: nls
Schon die Auslosung für den Dewezet-Supercup ist ein bizarres Ritual: Auch diesmal gab es wieder mit Claudia Bubat eine Glücksfee, einen Lostopf, eine Todesgruppe – und erstmals auch Verschwörungstheorien, die im Internet kursierten. Denn mit Halvestorf, Tündern und Bad Pyrmont tummeln sich wieder alle Supercup-Favoriten in der Hammergruppe B. Rohdens Routinier Sven Mauritz hatte das Gefühl, dass „rumänische Hütchenspieler“ bei der Auslosung ihre Finger im Spiel hatten – „ein kleiner Scherz“.
Ein Verschwörungstheoretiker, der bei der Supercup-Auslosung im proppevollen Dewezet-Café am Montagabend wohl nicht live dabei war, nahm diesen Scherz offenbar ernst. Angeblich sei der Artikel über die Vorrundengruppen schon zwei Stunden vor der Auslosung in der Online-Ausgabe der Dewezet veröffentlicht worden – mit einem Archivfoto von Claudia Bubat. Seine Vermutung: Vonseiten der Dewezet wurde die Auslosung manipuliert, um die Halbfinalchancen der SG Hameln 74 zu erhöhen. Dass der am Nachmittag veröffentlichte Vorbericht für die Supercup-Auslosung um 19:21 Uhr (inklusive der wenige Minuten zuvor ausgelosten Vorrundengruppen) aktualisiert wurde, hatte der Verschwörungstheoretiker offenbar nicht mitbekommen…
Der Topfavorit auf den Supercup-Sieg ist übrigens nicht Titelverteidiger SSG Halvestorf, sondern die SpVgg. Bad Pyrmont. In einer Online-Umfrage der Dewezet stimmten (heute, 17 Uhr) 21 Prozent für Bad Pyrmont, 19 Prozent für Halvestorf und sogar 18 Prozent für Wallensen. Tündern und Latferde trauen jeweils 10 Prozent den Turniersieg zu. Ein Zwischenergebnis, das sich noch verändern kann. Denn die Umfrage endet erst Freitag um 18 Uhr, wenn in der Hamelner Rattenfängerhalle endlich der Ball rollt.
„Wenn es gut läuft, ist vielleicht sogar das Halbfinale drin“, sagte Latferdes Torjäger Alexander Liebegott im Dewezet-Interview. Damals wusste er noch nicht, dass der Leistunksklassen-Klub in der Todesgruppe nur krasser Außenseiter ist – aber bestimmt den einen oder anderen Favoriten das Leben schwer machen wird. In der Vorrunde trifft Liebegott bereits auf seinen Ex-Klub Blau-Weiß Tündern, dessen Trikot er 15 Jahre lang trug. Liebegott machte zwar kein Hehl daraus, dass sein Herz immer noch für die „Schwalben“ schlägt. Aber wenn sich beide Teams gegenüberstehen, zählt auch für ihn nur ein Sieg. Für WTW-Coach Stefan Gluba und Bisperodes Trainer Werner Brennecke ist die SG 74 der Top-Favorit in der Gruppe A, aber im Kampf um Platz zwei sei alles möglich. Auch Emmerthals Coach Roddy Quartey hat das nicht nur Halbfinale im Visier: „Wir wollen das Turnier gewinnen!“ Für Grohndes Trainer ist es dagegen schon toll, „dass wir überhaupt dabei sind“. Die eine oder andere Überraschung traut auch Filla seinem Team zu, denn Torjäger Christopher „Toffa“ Thomas ist wieder da. Galgenhumor bewies Aerzens Coach Stephan Meyer angesichts der heftigen Vorrundengruppe B. Für ihn sind Aerzen und Latferde die Favoriten, Halvestorf und Tündern haben Außenseiterchancen“, sagte Meyer augenzwinkernd.
Hinweis: Die Tageskasse in der Rattenfängerhalle öffnet Freitag um 17 Uhr. Ergebnisse und Tabellen gibt live im Internet unter www.dewezet.de.
Supercup-Vorrunde: Freitag,18 Uhr: SG Hameln 74 - WTW Wallensen (Gruppe A), 18.17: SSG Halvestorf - SpVgg. Bad Pyrmont (Gruppe B), 18.34: TSV Bisperode - TSG Emmerthal (A), 18.51: HSC BW Tündern - MTSV Aerzen (B), 19.08: TSV Grohnde - SG Hameln 74 (A), 19.25: FC Latferde - SSG Halvestorf (B), 19.42: WTW Wallensen - TSV Bisperode (A), 19.59: SpVgg. Bad Pyrmont - HSC BW Tündern (B), 20.16: TSG Emmerthal - TSV Grohnde (A), 20.33: MTSV Aerzen - FC Latferde (B). Vorrunden werden Samstag ab 13 Uhr fortgesetzt.