Kommentar
Gründe von gesternVon Albrecht Scheuermann
Das Machtwort von Joaquin Almunia schafft Klarheit: Aus der angekündigten Börsenfusion über den Atlantik hinweg wird nichts. Weil der Wettbewerbskommissar der Europäischen Union den Wettbewerb in Gefahr sieht, hat er den Zusammenschluss der Börsen in New York und Frankfurt untersagt. Dass der vor einem Jahr angekündigte Zusammenschluss mit Hindernissen zu kämpfen hatte, war klar. Dabei spielte die Frage des Wettbewerbs früh eine zentrale Rolle. Deshalb kam die Entscheidung der Wettbewerbshüter für die Betreiber der Fusion, allen voran Reto Francioni, nicht überraschend. Schmerzhaft ist sie für den Chef der Deutschen Börse allemal. Schließlich ist damit sein dritter Versuch einer Eheanbahnung geplatzt. Und ganz falsch sind die Argumente des Schweizers sowie seiner amerikanischen Verhandlungspartner ja auch nicht: Im Handel mit Finanzprodukten gewinnen außerbörsliche Plattformen größere Marktanteile. Insofern mutet die Furcht vor einem Monopol etwas gestrig an. Aber sei’s drum – die Deutsche Börse muss nun das Thema abhaken und kann sich wieder mehr ihrem Alltagsgeschäft widmen. Und das läuft gut. Insofern ist das Aus für die Fusion kein Anlass zum Jammern.
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