Kommentar
Glück gehabtVon Stefan Winter
Die Erleichterung ist allgegenwärtig. Neues Auto, neues Werk, neue Leute – es hätte viel schiefgehen können bei dem Comeback-Versuch von Volkswagen in den USA. Doch bis jetzt läuft alles glatt – und auch Konzernchef Martin Winterkorn atmet auf: Froh und glücklich sei er, sagt er und lobt die zusammengewürfelte US-Mannschaft. Auch die könnte allerdings wenig ausrichten, hätte das Timing nicht gepasst:
VW kommt rechtzeitig zur Erholung des lange Zeit siechen US-Markts. Man darf bezweifeln, dass den Wolfsburgern das Comeback unter schwierigeren Bedingungen gelungen wäre. Volkswagen hat sich in den Vereinigten Staaten gegen die „deutsche“ Premium-Nische entschieden – und tritt mit dem Passat gegen Chevrolet und Ford, Toyota und Hyundai an, die in diesem Segment alle viel größer sind als ihr deutscher Konkurrent. Zum Glück geht es für Volkswagen in den USA nicht um die Marktführerschaft. Ein Platz im Mittelfeld würde den Wolfsburgern genügen, um kostensenkende Stückzahlen und eine Position in den USA zu bekommen. Man kann schlecht Weltmarktführer werden und ein Exot im größten Markt der Welt bleiben.