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Bundeswehr-Uniform in einer Oper über das Ghetto Theresienstadt - "Sind dem Dramaturgen die Gäule durchgegangen?"

Hat für Verärgerung gesorgt: der Auftritt eines jungen Mannes in Bundeswehrjacke bei der Opern-Inszenierung „Die Mädchen von Theresienstadt“.

Hameln (CK). Bundeswehr-Uniformen in einer Oper über das Ghetto Theresienstadt – der Verband der Reserveoffiziere ist über die Inszenierung der Schüler des Viktoria-Luise-Gymnasiums empört.

Es ist eines der ambitioniertesten Projekte, das sich Schüler des Viktoria-Luise-Gymnasium in diesem Jahr vorgenommen hatten – eine Oper über 13 Mädchen im Ghetto von Theresienstadt. Doch das Projekt der Musikklasse 9e endete mit einem Misston: In einer Szene trat nämlich ein junger Mann in der Uniform eines Bundeswehroffiziers auf. „Was da als pädagogisch-künstlerische Glanzleistung präsentiert wird, ist schon ein starkes Stück“, kritisiert Hermann Schmidtchen. Der Vorsitzende der Reservistenkameradschaft Reserveoffiziere Hameln zweifelt dabei nicht etwa das damalige Leid der Mädchen an. „Fragen tauchen aber spätestens dann auf, wenn sich der Leser die Frage stellt, was ein junger Mann in der Uniform eines Bundeswehroffiziers in der Szene des Ghettos Theresienstadt verloren hat. Sind hier dem Dramaturgen die Pferde durchgegangen? Fehlte es an Gespür oder nur am kostengünstigen Zugang zu authentischen Uniformen der damaligen SS? Oder verfolgt hier etwa jemand andere Ziele? Zumindest das wäre fatal, und es wäre konsequent, auch juristisch zu bewerten“, sagt der Oberst der Reserve. Vikilu-Schulleiter Rainer Starke weist jegliche böse Absicht weit von sich und will sich beim Verband schriftlich entschuldigen. Warum die Reservisten über die Verwendung einer Bundeswehr-Uniform derart brüskiert sind, lesen Sie in der Dewezet.

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