Aktuelles Weserbergland
Schlampige Bewerbungen schmälern Chancen Weserbergland (jhe). Dicht an dicht hängen die weißen Zettel an den schwarzen Stellwänden – ein Ausbildungsplatzangebot neben dem anderen. Gesucht werden Fleischer, Tischler, Restaurantfachkräfte, Altenpfleger, Berufskraftfahrer und, und, und. Viele Jugendliche gehen gezielt auf einen Fachbereich zu, um zu sehen, ob ein Angebot für ihren Wunschberuf aushängt. Andere schauen einfach, welche Betriebe Auszubildende suchen.
Insgesamt gibt es 254 Angebote. Darunter auch so manche exotische Stelle, wie Binnenschiffer, Wasserbauer oder Fachkraft für Automatenservice. „Wir wollen die Jugendlichen darauf hinweisen, dass es neben Bürokaufmann auch andere Ausbildungen gibt“, erklärt Bernd Pape, Vermittler im Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit. Denn in den Nischenberufen sei die Chance auf einen Ausbildungsplatz relativ gut, da sie so wenig bekannt seien.
Die 17-Jährige Alexandra wwollte sich auf der gemeinsamen Lehrstellenbörse des JobCenters und der Agentur für Arbeit informieren über Angebote informieren. Sie gehört zu jenen, die eine eher typische Ausbildung anstreben; sie möchte Einzelhandelskauffrau werden. „Ich habe schon über 20 Bewerbungen geschrieben, aber keiner will mich“, meint Alexandra. Doch die Hoffnung gibt sie noch nicht auf. An der langen Stellwand hat sie drei neue Ausschreibungen gesehen, auf die sie sich nun bewerben will.
Auch Almuth Körth hat sich schon auf rund zehn Lehrstellen beworben und bisher nur Absagen kassiert. Die 21-Jährige möchte Arzthelferin in einer Tierarztpraxis werden. Sie will die Chance nutzen, ihre Bewerbungsmappe zu verbessern, indem sie die Unterlagen mit einer Personalmanagerin durchgeht. Ein Angebot, das ganz neu ist auf der Lehrstellenbörse. Der Andrang zeigt, dass der Bedarf groß ist.