Aktuelles Weserbergland
Enorme Energiereserven im WeserberglandDerzeit produzieren in der untersuchten Region (179 649 Hektar landwirtschaftliche Fläche) 69 Biogasanlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von 38 200 Kilowatt.
Das Gutachten der Landwirtschaftskammer sagt aus, dass die Maisanbaufläche in der Region vergrößert werden kann.
Weserbergland (joa). Um zukünftige Entwicklungen auf dem Gebiet der Bioenergie besser abschätzen zu können, wurde im Rahmen des Projektes der Bioenergie-Region Weserbergland plus eine Potenzialstudie für Biomasse aus Land- und Forstwirtschaft bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Auftrag gegeben. Nun liegen erste Ergebnisse vor.
Die Studie soll „ein wichtiger Meilenstein“ zur Erreichung der Ziele des Mitte 2009 gestarteten Projektes sein, an dem die vier Landkreise Hameln-Pyrmont, Holzminden, Nienburg und Schaumburg beteiligt sind. In Buchhagen im Gasthaus Mittendorf wurde jetzt die Potenzialanalyse für Biomasse vorgestellt. Hierbei wurden die Energiepotenziale aufgezeigt, die sich aus dem Ausbau von Biogasanlagen und die noch möglichen Reserven bei der Energiegewinnung aus Holz ergeben. Fazit der Analyse: Vor allem in den südlichen Landkreisen der vier Landkreise der Bioenergie-Region Weserbergland könnte die Gewinnung von Biogas verdoppelt werden.
Und auch beim Holz wird derzeit nur etwa die Hälfte der möglichen Anfallmenge wirtschaftlich für die Energiegewinnung genutzt. Bis auf die Landesforsten und einige große Privatwaldbetriebe bleibt ein Großteil des nutzbaren Energieholzes noch in den Revieren liegen.
Weserbergland-AG-Projektleiter Hans-Jürgen Hesse ist überzeugt: Sollten die vorhandenen Potenziale biologisch reproduzierbarer Energien aktiviert werden, bestünden gute Chancen für die Weserbergland-Region, energieautark zu werden. So sei Salzhemmendorf, wo bereits heute 20 bis 25 Prozent der Fläche mit Mais bestellt würde, durch die Kombination von Biogas und Windkraft schon heute Energie-Selbstversorger. Und außerdem, so Hesse: „Durch die zunehmende Nutzung der Potenziale wird die regionale Wertschöpfung der Handwerksbetriebe und Unternehmen erhöht. Den Menschen der Region werden neue Entwicklungschancen ermöglicht.“
Im Mittelpunkt der Untersuchung der Potentialanalyse für Biomasse steht die Nutzung der landwirtschaftlichen Fläche und die des Waldes. Aus der Studie gehe nun unter anderem deutlich hervor, dass der Anteil an Energiepflanzen in der Bioenergie-Region insgesamt niedriger ausfällt als landläufig angenommen. So sind in den gesamten 179 649 Hektar landwirtschaftlicher Fläche der Region Weserbergland plus, die in der Studie untersucht wurden, 46 Prozent Reserve-Fläche, auf die noch Gärreste aus Biogasanlagen als organischer Dünger ausgebracht werden könnten. Abgezogen hiervon sind bereits organische Düngemittel aus der Viehhaltung. Damit ergäben sich rechnerisch genügend Kapazitäten, um Gärreste aus Biogasanlagen pflanzenbaulich sinnvoll zu verwerten und somit die Möglichkeit einer Verdoppelung der Biogas- Energiegewinnung in der Gesamtregion. Derzeit produzieren in der untersuchten Region 69 Biogasanlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von 38 200 Kilowatt.