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Wie Jungdesigner aus Fischbeck neue Schuhtrends schaffen

Von Annette Hensel

 

Fischbeck. Sinnlich, sexy, eingehüllt in eine nebulöse Aura steht Mira auf den Brettern, die die Welt bedeuten, und zieht die Blicke auf sich. Mit ihrem hochgewachsenen, schlanken Körper überragt sie alle. Sie fühlt sich weich, leicht und angenehm an – wie aus Pfirsichhaut geformt. Dass das Winter-Topmodell bereits jetzt das Interesse weckt, obwohl aktuell die neue Frühjahrs- und Sommerkollektion präsentiert wird, kommt nicht von ungefähr. Mira, benannt nach einer italienischen Stadt, ist ein Overknee-Stiefel der nächsten Herbst- und Winterkollektion von Marc Shoes und erntete bei einer Präsentation vor Schuh-Fachleuten aus Wien, Frankfurt und Düsseldorf Bewunderung.

Entworfen wurde der Stiefel mit dem dekorativen Riemen oberhalb des Knies vor sechs Monaten im firmeneigenen Designcenter. Zuvor hatten Designbüros in Italien modische Ideen mitgeteilt und Trendexperten ihre Farb- und Materialempfehlungen an Gerbereien, Stoffproduzenten und die Chemieindustrie weitergeleitet. Neue Modeströmungen werden alljährlich auch durch Trends der Straße und Musikszene sichtbar. Daran orientiert werden Entwürfe auf Papier skizziert und meist am Computer in dreidimensionaler Darstellung umgesetzt und perfektioniert. Mithilfe des richtigen Leistens wird der Prototyp gefertigt, sobald Materialien, Sohlen, Absätze und Accessoires ausgewählt sind. Seit vier Jahren sorgt auch Designerin Katrin Knauer für viele kreative Schuh-Entwürfe in Fischbeck. Die 26-jährige gelernte Schuhmacherin zeichnet ihre Ideen von Hand auf sogenannte Hütchen, am Leisten geformte Plastikmodelle. „Auf diese Art erkenne ich gleich, ob die Proportionen stimmen“, erklärt sie. Auf die Hütchen klebt sie das von ihr ausgewählte Leder und die Accessoires. „So empfinde ich am besten den Originalschuh nach“, sagt sie. „Nur etwa ein Drittel unserer Entwürfe werden letztendlich produziert und kommen in den Handel“, gibt Katrin Knauer preis. Zuerst müssen die Prototypen einer Kommission, in der die Marc Shoes-Geschäftsleitung vertreten ist, zusagen, bevor sie als Muster für den Außendienst produziert und dem Fachhandel vorgestellt werden.  Von der Musterfertigung bis zur Vorstellung der Kollektion auf der internationalen Schuhmesse GDS in Düsseldorf am zweiten Märzwochenende sei es häufig ein kurzer, nervenaufreibender Weg, erklärt Dr. Claudia Schulz, Trendexpertin und Pressesprecherin des DSI (Das Schuhinstitut).

Vor wenigen Tagen ist Katrin Knauer von einer Infotour zurückgekehrt. In Belgien, Holland und deutschen Modestädten wie Berlin, Köln oder Leipzig haben sich die Marc Shoes-Designer umgesehen, was im Frühjahr 2011 angesagt ist. „Blau und Grün sind wieder im Kommen“, verrät die Designerin, bevor sie mit Entwürfen für das kommende Frühjahr beginnt.

Artikel vom 09.03.2010 - 14.52 Uhr
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