Aktuelles Hessisch Oldendorf

Wer Hortensien raucht, riskiert sein Leben

Zersen (ube). Diebe haben in Zersen aus sechs Privatgärten Hortensientriebe und -knospen gestohlen. Die Polizei erfasst diese Taten zwar als „Diebstähle geringwertiger Sachen“, geht aber davon aus, dass die Pflanzenteile als Rauschmittel missbraucht werden. Denn Hortensientriebe dienen als Haschischersatz.

Süchtige rauchen Blüten, Blätter oder Triebe, da die Wirkungen ähnlich wie die von Haschisch und Marihuana sind: "Wohlbefinden, Euphorie, Halluzinationen, Angstgefühle und Sedierung“, sagt Dr. Sylvia Prinz, Fachapothekerin für öffentliches Gesundheitswesen.

Drogenfahnder und Wissenschaftler raten dringend vom Rauchen der Hortensie ab, weil dabei hochgiftige Cyanwasserstoffverbindungen freigesetzt werden, die den Erstickungstod beim Konsumenten zur Folge haben können. „Wer mit Naturdrogen experimentiert, kann sich lebensgefährliche Vergiftungen zuziehen“, sagt Oberkommissar Jörn Schedlitzki. „Richtig problematisch wird es, wenn sich ganz junge Jugendliche oder gar Kinder auf solche Eigenversuche einlassen.“ Das Präventionsteam der Inspektion rät allen Eltern, sich genau zu informieren und die eigenen Kinder in Aufklärungsgesprächen vor den Gefahren zu warnen.

Informationen geben Apotheker oder Hausärzte - bei akuten Vergiftungserscheinungen ist der Notarzt über Notruf 112 zu rufen. Auch das Giftinformationszentrum Nord in Göttingen (Uni-Klinik) informiert im Notfall über Sofortmaßnahmen.

Artikel vom 08.12.2011 - 12.12 Uhr
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