Aktuelles Hessisch Oldendorf
Umbau der Fabrik zum Bullimuseum läuft
Hessisch Oldendorf (pj). Das Gerüst steht an der alten Zuckerfabrik, oben sind zwei Arbeiter damit beschäftigt, Sicherungsmaßnahmen an der Eingangsseite des Bullimuseums durchzuführen. „Das Dach wird abgeschnitten und dann verlängert“, erklärt Christian Grundmann. Der Zimmermeister der Firma Junker, Jörg Dettmann, wird die neuen Balken ansetzen. „Wir tun, solange das Gerüst steht, gleich auch etwas für die Optik – die großen Maßnahmen wie das Erneuern des Flachdaches werden im nächsten Jahr durchgeführt“, sagt Grundmann.
Im Innern des alten Industriegebäudes hat sich bereits vieles verändert. Als Christian Grundmann die Tür öffnet, fällt der Blick auf einige alte VW-Bullis, sorgfältig mit Planen verhüllt, damit sie nicht verstauben. Gegenüber steht ein altes Feuerwehrauto, erworben hat es Christian Grundmann von Haverbecks Ortsbrandmeister. „Ein Ausstellungsstück fürs Bullimuseum“, sagt der VW-Oldtimerkenner, der mit seinem Vater Traugott bekanntlich in Hessisch Oldendorf ein privates Museum besitzt. Daraus wird es künftig immer wieder Leihgaben geben, die in der alten Zuckerfabrik zu sehen sein werden.
Über eine graue Eisentreppe gelangt man in den ersten Stock des Bullimuseum. Dort an der Wand hängen einige Pläne. Die Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG T2) hat sie anfertigen lassen und bei einem „Pre-Opening“ vorgestellt, zu dem sich kürzlich rund 50 Gäste eingefunden hatten. Alexander Prinz, Vorsitzender der IG T2, machte dabei deutlich, dass die Stadt Hessisch Oldendorf als Museumsstandort für den Verein aus mehreren Gründen interessant ist, denn es gebe dort bereits die große private VW Sammlung der Familie Grundmann und das größte VW-Veteranen-Treffen der Welt mit in diesem Jahr 40 000 Besuchern. Hessisch Oldendorf hat in der VW-Szene durchaus schon einen sehr guten Namen.
In einem sehr anschaulichen Vortrag hatte Till Schneider vom Architekturbüro Schneider und Schumacher aus Frankfurt am Main die Entwicklungsperspektiven des alten Gemäuers an der Hessisch Oldendorfer Fabrikstraße aufgezeigt. „Dass dieses weltbekannte Büro an den Plänen für das Museum arbeitet, dürfte ein Glücksfall für die Stadt sein“, sind sich Bürgermeister Harald Krüger und Jochen Huch, Vorsitzender des Werberings einig. Den Kontakt zum Büro hat Professor Dr. Wolfgang Martin, Mitglied der Interessengemeinschaft, vermittelt. Pläne und Bildmontagen der Frankfurter Architekten, die schon für solche Renomierbauten wie die Info-Box am Potsdamer Platz in Berlin oder die Dogenhaus-Galerie in Leipzig verantwortlich zeichneten, machen Lust auf mehr, waren sich die Gäste der ersten Veranstaltung einig. Für Krüger und Huch steckt in dem Vorhaben „eine Riesenchance für unsere Stadt, wenn es gelingt, eine Verbindung zwischen der alten Industrieanlage und der Innenstadt zu schaffen, um die Touristen, die kommen, um wunderschöne alte Autos zu sehen, auch von der Schönheit und dem weiteren Angebot der Stadt zu überzeugen“.
Noch in diesem Jahr wird die Interessengemeinschaft ihren Sitz von Salzgitter nach Hessisch Oldendorf verlegen. Dann werden auch zahlreiche weitere Exponate im Museum ihren Platz einnehmen. Geplant ist noch in diesem Jahr mit monatlichen Tagen der offenen Tür zu beginnen, sagt Christian Grundmann. Was den weiteren Umbau des historischen Gebäudes anbelangt, wollen Vereinsmitglieder viel selbst machen. „Hier sind viele Idealisten am Werk, die für kleines Geld Großes schaffen wollen. Müssen Aufträge vergeben werden, dann sollen sie in der Region bleiben“, führt Christian Grundmann aus.