Hameln
Wo Rock und Klassik neue Klangwelten erobernVon Peter Höxter
Klassik meets Rock: Die Kombination aus großem Orchester und Band macht die Hommage an Queen und Frontman Freddie Mercury perfekt. Johnny Zatylny (li.) begeistert als Freddie Merqury, Sopranistin Sandra Danyella punktet mit ganz großer Stimme. Fotos: hx
Hameln. Queen Klassical – der Titel war für mehr als 800 Besucher in der Rattenfänger-Halle Programm. Und sie wurden nicht enttäuscht. Mit dem kanadischen Sänger Johnny Zatylny wurde Freddie Merqury nicht allein im Gesang, sondern auch in der Performance lebendig. Der laszive Blick, die ständig wechselnden Bühnenoutfits, die weit ausladenden Armbewegungen – alles war authentisch. Doch nicht die Inszenierung der Person machte diesen Abend so besonders. Durch das Orchester der Leibniz Universität Hannover, dem Collegium Musicum unter der Leitung von Bernd Wefelmeyer, der auch die Arrangements der ursprünglich ohne Orchester komponierten Stücke übernahm, bekam der typische Queen-Sound eine ganz eigene Klangwelt. „Wir wollten Rockmusik und Klassik gleichberechtigt nebeneinanderstellen und nicht wie sonst üblich, das Orchester hinterm Band verschwinden lassen“, erklärt der Gitarrist der Band MerQury, Thomas Engelmann. Ein Konzept, das auch Miriam Bruns-Laroche (41) aus Stadthagen geistert, die extra wegen der Sopranistin im Ensemble, Sandra Danyella, angereist ist.
Eine weitere Besonderheit machte die Musik so farbig: Der Hamelner Gospelchor „Salt’n’ Light“ unter der Leitung von Rüdiger Meyer unterstützte viele Stücke, und so waren insgesamt oft mehr als 80 Akteure auf der Bühne. Einfach war es für alle Künstler nicht, hatten sie doch nur einmal Gelegenheit zur Probe. Selbst für die Bandmitglieder von MerQury wurde dadurch der Abend spannend. Doch wenn das Publikum schon bei „Save Me“ aufsteht und bei „Barcelona“ das erste Mal eine Gänsehaut bekommt, dann war alles richtig. Diese Gänsehaut hatte auch Nurdin Tedja (52) aus Hameln, den das Orchester magisch in seinen Bann zog. Die Stücke „The Show Must Go On“ und „The Great Pretender“ waren als Hommage an Freddie Merqury zu verstehen, der vor fast genau 20 Jahren an der Immunschwäche Aids starb. Die Aidshilfe Hildesheim klärte im Foyer der Rattenfängerhalle in der Pause über diese Krankheit auf.
Überragende Lichteffekte unterstrichen wunderbar den Sound. Leider war die Akustik der Halle nicht auf allen Plätzen gleich gut. Besonders auf der Empore war der Sound etwas verwaschen. Aber echte Queen-Fans wurden bei „Bohemian Rhapsody“ und „We Are The Champions“ mit Band, Orchester, Sopranistin und Chor durch einen fast hymnischen Sound auch damit versöhnt. Kein Wunder, dass es am Schluss Standing Ovations gab.
Mit der Zugabe „We Will Rock You“ gab es dann noch einmal richtig was auf die Ohren. Für den gelungenen Ausklang sorgte ein orchestrales Medley, bei dem die für Queen ungewöhnliche Konstellation von Band, Chor, Orchester und Sopranistin noch einmal eindrucksvoll bewies, dass Rock und Klassik keine Gegensätze sein müssen, sondern in einer wunderbar runden Harmonie die Musikliebhaber beider Stilrichtungen in ihren Bann ziehen.
Bildergalerie von dem Konzert unter dewezet.