Hameln

Neun Löcher in der Innenstadt

Straßenpflaster aufnehmen, Tragschichten darunter analysieren, Löcher wieder schließen – an neun verschiedenen Stellen der Fußgängerzone wiederholt sich diese Prozedur.

Foto: Dana

Hameln (ni). Rot-weiß gestreifte Baken sichern die Arbeitsfelder, hinter der Absperrung graben sich Baggerschaufeln in den Untergrund der Hamelner Fußgängerzone: Die Stadt lässt den Unterbau von Oster- und Bäckerstraße untersuchen.

Probebohrungen im Bereich Pferdemarkt und Hochzeitshaus hatten schon im Januar unerwartete Mängel im Unterbau zutage gefördert. Die Befunde veranlassten die Verwaltung, die kalkulierten Kosten für eine neue Pflasterung der gesamten Fußgängerzone um rund 500 000 Euro nach oben zu korrigieren. Dass jetzt erneut gebuddelt wird, war eigentlich nicht vorgesehen. Die Experten im Rathaus fühlten sich mit ihrer „Hochrechnung“ auf Grundlage der vorliegenden Untersuchungsergebnisse auf der sicheren Seite. Bis das Ingenieurbüro Lindschulte auf den Plan trat. „Die Fachleute haben uns dringend geraten, weitere Untersuchungen vorzunehmen, um verlässliche Informationen über die Tragfähigkeit des Untergrundes und die Zusammensetzung der eingebauten Schichten zu erhalten“, heißt es jetzt aus der Verwaltung. Das Unternehmen Lindschulte war ursprünglich eingeschaltet worden, um beim Forum Fußgängerzone als unabhängige Experten die Vor- und Nachteile einer Wiederverwendung des alten Pflasters aufzuzeigen.

Neun neue Probefelder sollen jetzt Aufschluss darüber geben, wie es um den Unterbau von Oster- und Bäckerstraße tatsächlich bestellt ist. Der prüfende Blick unter die Pflastersteine erfolgt mal im Abstand von zehn Metern, mal liegen aber auch 100 Meter dazwischen. Für die scheinbar willkürliche Verteilung hat die Stadt eine Erklärung parat: Um Geschäften und Kunden unnötige Beeinträchtigungen zu ersparen, seien erstens die Zonen vor Ladeneingängen und Schaufenstern tabu. Und um keine unnötigen Schäden zu riskieren, werde auch um die in der Erde verlegte Leitungen ein Bogen gemacht.

Im Verlauf der kommenden Woche sollen die großen Löcher im Straßenpflaster wieder geschlossen werden. Die 15 000 Euro, die die Aktion dann gekostet hat, sind laut Stadtverwaltung in den veranschlagten Planungskosten für

die Neugestaltung der Fußgängerzone schon enthalten.

Artikel vom 02.07.2009 - 19.00 Uhr
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