Hameln

Nach dem Ernstfall nun der Test – mit feiner Nase auf Spurensuche

Gut gemacht: Ralf Enderwitz lobt „Chira“. Fotos: gro

Hameln (gro). Gut zehn Monate ist es her, als Rettungshund „Frieda“ Schlagzeilen machte. Ein Bewohner des Seniorenheimes an der Holtenser Landstraße war vermisst worden. Vergeblich hatte man ihn damals gesucht – er blieb tagelang verschwunden. Schließlich bot die Hamelner Hilfsorganisation „Interhelp“ in Kooperation mit der „Rettungshundestaffel Weserbergland“ Hilfe an – mit verblüffendem Erfolg. Bereits nach zwanzig Minuten hatte Rettungshündin „Frieda“ dank ihrer feinen Nase den vermissten Bewohner gefunden. Das Seniorenheim reagierte begeistert und dankbar, freute sich über die schnelle Hilfe. Das Angebot des Seniorenheimes zu einem Wiedersehen in stressfreiem Rahmen nahm die Hunderettungsstaffel gerne an. Mit ihren Hunden übten sie nun in der Umgebung des Heimes und im Stadtwald.

Seit fünf Jahren gibt es die „Rettungshundestaffel Weserbergland“, die 25 Mitglieder und ebenso viele Hunde zählt. Besondere Rassen spielen bei den Vierbeinern da keine Rolle. „Wichtig ist uns, dass die Hunde generell Freude an der Arbeit haben. Dazu zählt das Auffinden von vermissten und in Not geratenen Menschen,“ erklärt der Vorsitzende Rüdiger Lohmann aus Bad Münder. Bis ein Hund aber geprüft werde und in Einsatz gehen könne, vergingen bis zu drei Jahre. Hundeführer und Hunde müssten daher üben, üben und nochmals üben. Bei den Prüfungen für einen Rettungshund werde verlangt, dass dieser innerhalb von 20 Minuten ein Gebiet von gut 20 000 Quadratmetern absucht und zwei Personen dort findet. Immer wieder suche der Verein daher geeignetes Übungsgelände und sei insbesondere auf Grundstückseigentümer und Jagdpächter angewiesen. Ausbilderin Astrid Adam von der „Rettungshundestaffel Hannover Region West“ stellte für die mehr als zwanzig angereisten Hundeführer und insbesondere deren Hunde fest: „Alle haben Potenzial für das Auffinden von Menschen. Die Motivation ist gegeben, wie auch die Freundlichkeit zu Menschen – das ist ausbaufähig.“ Ohne Leine wurden die „besten Freunde des Menschen“ von ihren Führern ins Gelände zum Auffinden der Vermissten geschickt und machten ihrem Namen alle Ehre. Sobald sie den Geruch der im Wald versteckten Personen wahrnahmen, liefen sie zielstrebig auf sie zu. Dort eingetroffen, meldeten sie ihrem Führer mit lautem Gebell den Fund und wurden mit Leckerlis belohnt. Für die Übungsmöglichkeit im Umfeld des Seniorenheimes an der Holtenser Landstraße und im Stadtwald dankte Lohmann dem Stadtforstamt sowie Heimleiter Ingo Peters. Peters wiederum lobte das ehrenamtliche Engagement, das unbedingt unterstützt werden müsse. Die Leistungen der Rettungshundestaffel seien erstaunlich. Wenn allgemein bekannter wäre, was die Hunde und ihre Führer zu leisten vermögen, würden viele vermisste und in Not geratene Menschen schneller gefunden.

Artikel vom 15.03.2010 - 19.00 Uhr
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