Hameln
Die Bedürfnisse der Jugend rücken in den VordergrundDie Bedürfnisse der Jugend werden beim Traditionsverein Tundium künftig stärker berücksichtigt: Vorsitzender Herbert Habenicht (li.) ließ zum Abschluss der Sitzung noch über die Effektivität des Arbeitskreises abstimmen – und das Bild war eindeutig: erfolgreich. Foto: lst
Tündern (lst). Kein anderer kümmert sich so intensiv um die Belange seines Dorfes, wie der Verein für Heimatpflege und Grenzbeziehung „Tundirum“. Die Aufrechterhaltung von Tradition, Brauch und Zeugnisse aus vergangener Dorfgeschichte, hat sich dieser zur Aufgabe gemacht. Nach der Gründung 1974, hat sich der Heimatverein zu einer festen Institution innerhalb Tünderns entwickelt. Im Laufe des letzten Jahrzehnts ist die Mitgliederzahl des Vereins stetig gewachsen und hat mittlerweile über 800 Mitglieder vorzuweisen.
Eine tolle Entwicklung, die aber langfristig gesehen eine stetige Weiterentwicklung des Vereinsangebots bedeutet. Deshalb haben sich zahlreiche Mitglieder zu einem vierstündigen Arbeitskreis zusammengefunden, in dem sie sich ausschließlich mit der Zukunft des Vereins beschäftigen.
In verschiedensten Gruppen wurde ausführlich diskutiert, intensiv an Zielen gefeilt und wurden jede Menge Ideen gesammelt. Die Ergebnisse sprechen für sich: In Zukunft möchte der Verein stärker auf die Bedürfnisse ihrer Jugend eingehen. Mehr Fahrten und Ausflüge, eine bessere Vernetzung durch das Internet und mehr Verantwortung. Die Jugendlichen des Heimatvereins sind voller Tatendrang. Sie wollen das traditionelle Vorlesen für ältere Menschen wieder aufleben lassen und Gruppenleiter-Kurse absolvieren.
Der erste Vorsitzende Herbert Habenicht war begeistert: „Menschen, die sich engagieren. Das ist echt klasse!“ Und mit voller Begeisterung ging es weiter. Die Arbeitsgruppe, die sich mit der Geschichte Tünderns auseinandersetzte, hat sich vorgenommen, die Dorfgeschichte wieder in Erinnerung zu rufen und sämtliche geschichtlichen Dinge für die Zukunft zu sichern. Der Ort dafür ist das Dorfmuseum, welches mit viel Liebe fürs Detail von Gertrud „Gerti“ Wollenweber aufgebaut und zu dem gemacht wurde, was es heute ist: ein Ort, an dem die traditionsreiche Geschichte Tünderns spürbar ist. Und um deren Aufrechterhaltung ist dem Heimatpflegeverein sehr gelegen. Auch nach dieser enthusiastisch vorgetragenen Zielsetzung, war der Vereinsvorsitzende Herbert Habenicht, beinahe sprachlos: „Man merkt, die Vereinszukunft hängt vielen Tünderanern am Herzen.“
Auch die Vielfältigkeit des Vereinsangebots soll weiter erhalten und zum Großteil ausgebaut werden. Projekt ist eine Theatergruppe, die mithilfe einer Theaterpädagogin, das „Plattdeutsche Theater“ wieder ins Leben rufen möchte, ohne dass dabei die Zeitmäßigkeit auf der Strecke bleibt. Hier soll das Schauspiel als generationsübergreifendes Projekt dienen. Auch sportliche Aktivitäten gehören beim Heimatverein weiterhin dazu. So wurden mehrere Wanderungen geplant und zwei Termine in der Woche zum Walken gefunden. Treffpunkt ist vorm Museum, jeden Dienstag und Donnerstag um 19 Uhr. Start ist am 1. März. Interessierte Mitläufer können gern daran teilnehmen.
Auch über weitere Aktivitäten machte man sich Gedanken. So will der Heimatverein stärker auf die Kommunikation zwischen Schulen und Kindergärten, aber auch mit anderen Vereinen in der Region setzen. Der Heimatverein möchte „offen für alle Menschen“ sein und sich seiner Aufgaben zur Stärkung der Dorfgemeinschaft widmen, ohne eine Konkurrenz zu anderen Vereinen darzustellen.