Dossier Fußgängerzone

Das große Buddeln in Hamelns guter Stube
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Hameln (kar). Die ersten Zeichen sind gesetzt: Mit den Baggerarbeiten für einzelne Kanalabschnitte am Pferdemarkt finden seit gestern die Vorarbeiten für die Erneuerung der Fußgängerzone statt. Der Untergrund ist dran. Richtig los geht’s allerdings erst nach der Ratssitzung heute Abend (WBZ, 18 Uhr), wenn entschieden ist, welche Firma mit den Sanierungsarbeiten beauftragt wird. „Nach dem Ratsentscheid wird den unterlegenen Bietern abgesagt“, erklärt Stadtsprecher Thomas Wahmes das Prozedere: „Entsprechend dem Vergaberecht soll dann der Auftrag am 27. März offiziell vergeben werden.“ Erst danach wird in Abstimmung mit der ausführenden Firma ein genauer Zeitplan für den Bauablauf in den einzelnen Bauabschnitten ausgearbeitet. Das heißt: Erst dann steht fest, wann, wo und wie lange an einer Stelle gebuddelt wird und wie der konkrete Verlauf der Wanderbaustellen aussieht.

Einen groben Zeitplan für die drei Bauabschnitte aber gibt es bereits:

1. Bauabschnitt: Auf dem „Pferdemarkt“ wird im April gestartet. Bis Herbst 2011 sollen die Arbeiten, die auch die Bereiche rund um das Hochzeitshaus einbeziehen und insgesamt rund 7000 Quadratmeter abdecken, abgeschlossen sein. Eine Baupause wird im Winter für den Weihnachtsmarkt eingelegt. Rattenfänger-Freilichtspiele und das Musical „Rats“ werden in den Bürgergarten verlegt.

2. Bauabschnitt: Die Erneuerung der „Osterstraße“ schließt sich im Herbst 2011 nahtlos an den ersten Bauabschnitt an und soll bis Herbst 2012 abgeschlossen sein.

3. Bauabschnitt: Mit der „Bäckerstraße“ wird im Herbst 2012 begonnen. Die Arbeiten sollen im Herbst 2013 beendet sein.

„Wir werden alles daransetzen, schneller fertig zu sein“, wirbt Wahmes um Verständnis für die dreieinhalbjährige Bauzeit. „Wir reißen nicht in einem Stück auf, sondern es geht Stück für Stück voran, um die Belastungen für Anlieger und Geschäftsleute so gering wie möglich zu halten“, sagt der Stadtsprecher. Sehr wohl ist man sich bei der Stadt bewusst, dass eine derart aufwendige Renovierungsmaßnahme in Hamelns guter Stube, die insgesamt 16 600 Quadratmeter umfasst, für erhöhten Erklärungs- und Informationsbedarf sorgt. „Alle Fragen werden beantwortet“, verspricht Wahmes. Daher wird mit Beginn der Bauarbeiten Anfang April im Hochzeitshaus ein Baubüro eingerichtet, wo sich die Bürger nicht nur informieren können, sondern wo auch individuelle Anfragen geklärt werden. „Zusätzlich wird es einen Kümmerer geben, der jederzeit angesprochen werden kann, und eine Service-Hotline steht Tag und Nacht, auch am Wochenende, den Bürgern zur Verfügung“, so Wahmes. Im „Newsletter“ des Stadtmarketings werde überdies regelmäßig über den Stand und den Fortgang der Sanierungsarbeiten informiert.

Wenn heute Abend der Rat über die Vergabe des Bauauftrags entscheidet, wird keine heimische Firma mit von der Partie sein: „Eine reine Kostenfrage“, erklärt Wahmes. Es habe massive Preisunterschiede gegeben: Die Firmen vor Ort seien zu teuer gewesen, obwohl man deren Ortskenntnisse zu schätzen gewusst hätte. Ende März werden die vorbereitenden Kanalarbeiten beendet sein. Danach ist zunächst der Lüttje Markt dran. Dort wird das Porphyrpflaster, das auf dem Pferdemarkt aufgenommen wurde, neu verlegt.

Artikel vom 09.03.2010 - 19.00 Uhr
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