Aktuelles Bodenwerder
„Ich lüge nie. Ich schmücke nur etwas aus“Bodenwerder. Wenn am Samstag die NDR Schaubude an den Weserwiesen in Bodenwerder aufgezeichnet wird, ist Josef Banik aus Bodenwerder einer der Protagonisten. Er hat sich die absurdesten Lügengeschichten ausgedacht und wurde zusammen mit zwei Frauen zu den „Besten im Norden“ gekürt. Julian Mau sprach mit dem 76-Jährigen über seine Lügengeschichte und war sich nicht immer so ganz sicher, ob erihm auch wirklich die Wahrheit erzählt.
Herr Banik, wie kamen Sie denn auf die Geschichten?
Die hat mir der Baron von Münchhausen erzählt.
Wie bitte?
Die hat er mir erzählt, als ich grade an der Weser war zum Angeln. Ich glaubte, etwas gefangen zu haben. Als ich es rausgezogen habe, war das kein Fisch, sondern ein Fahrrad. Bei mir war noch besonders, dass das Licht brannte. Als ich den Fang beschaute, kam der Baron vorbei und erzählte mir, dass er selbst auch einen Hecht rausgeholt hat.
Lügen Sie eigentlich viel, Herr Banik?
Nein ich lüge nie. Das macht man nicht. Ich schmücke nur etwas aus.
Sie wurden vom NDR für die Schaubude ausgewählt, weil Sie so spannende Lügengeschichten eingeschickt haben. Erzählen Sie mal darüber.
Das sind eigentlich eher Überlieferungen vom Münchhausen. Die Erste handelt davon, wie dem Baron die Munition ausging für die Kanonen. Er hatte den Befehl eine Festung einzunehmen. In seiner Not ist er über den Markt gegangen und hat Bauern gesehen mit Flaschenkürbissen – längs gestreift. Die sind besonders hart und ergiebig. Und von der Form passten die gut für Kanonen. Er hat alle mitgenommen. Und auf die Gegner angefeuert. Sie hatten eine verheerende Wirkung. Die Gegner haben damit nicht gerechnet. Die Kürbisse haben beim Aufschlag viel Matsch gemacht und die Gegner konnten nichts mehr sehen. Und zudem wurden die Kanonen verstopft von den Gegnern.
Bei der zweiten Geschichte geht’s auch um das Angeln oder?
Ja. Das ist etwas problematischer gewesen. Münchhausen zog mit seiner Herrschaft durch die Lande und kam nach Bodenwerder. Die Vorräte gingen zu Neige. Er hätte die Möglichkeit gehabt die Bauern auszuplündern, die selbst nicht viel besaßen. Aber er kam auf eine andere Idee. Als Junge hat er immer viel in der Weser geangelt. Aber woher sollte er Gerät zum Angeln nehmen? Sein Blick viel auf seinen Hengst. Er hatte eine prächtige Mähne und Schweif. Ein „Weser-Schweif-Pony“. Er hat dann an jedem Haar Köder gebunden und seinen Gaul ganz langsam rückwärts in die Weser geführt. Mit den vielen Fischen konnten alle Truppen versorgt werden.
Herr Banik warum haben Sie denn mitgemacht?
Meine Frau hat mich dazu verdonnert. Dann habe ich mich folgsam wie ich bin hingesetzt und etwas geschrieben.