Bad Münder
Sex sells – doch diese Werbung wird abgelehntZwischen Stadtansichten und Sportgruppen findet sich auch das kritisierte Foto vom Sommerfest der Motorradfreunde.
Bad Münder (jhr). Der Hoppenmarkt im milden Abendlicht, der Söltjerbrunnen vor der Kulisse des historischen Rathauses, das idyllisch gelegene Waldschlösschen – und dann ein Bild von einem offensichtlich unbekleideten Pärchen, das sich in eindeutiger Pose auf einer Bühne präsentiert. Wer in der Bildersuche der weltweit größten Suchmaschine Google nach Bad Münder fahndet, stößt auf nackte Tatsachen. „Pornografie“, bringt es Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah auf den Punkt und reagiert entsprechend wenig amüsiert.
Dabei kritisiert die Ortsbürgermeisterin nicht die grundsätzliche Existenz pornografischer Inhalte im Internet (Joumaah: „So weltfremd bin ich nicht“), sondern den unkontrollierten Zugang zu solchen Inhalten auch für Minderjährige. Dass sich das Gezeigte bei einem Sommerfest der Motorradfreunde Bad Münder in Bakede abspielt, macht die Sache für sie nicht besser – zumal sie bei der Durchsicht anderer Bilder des als „Erotikshow“ angekündigten Programmpunktes des Sommerfestes junge Münderaner im Publikum entdeckt hat, von denen sie weiß, dass sie noch minderjährig sind. Sie hat Kommissariatsleiter Manfred Homann über diesen Umstand informiert. Daniela Kempa, Leiterin des Einsatz- und Streifendienstes der Polizei, erklärte gestern, dass die Veranstalter des Motorradtreffens bei der nächsten Veranstaltung dieser Art aufgefordert werden, streng den Zugang zu kontrollieren und auf die Einhaltung des Jugendschutzes zu achten. Sie kündigte Kontrollen an.
Dass gerade im Vorfeld der Jugend-Weltmeisterschaften im Bahnengolf die Bilder ein fragwürdiges Bild von Bad Münder zeichnen, betont Joumaah ebenfalls. Dieser Negativ-Werbeeffekt stört auch KVV-Chef Günter Barkmann: „Die Außenwirkung kann bei so etwas sehr fatal sein – und das kann ja kein Münderaner wollen. Hierauf sollten auch diejenigen achten, die Urheber dieser Bilder sind“, sagt er.
Das Thema Jugendschutz im Internet ist auch für Grundschulleiter Christoph Schieb als Sprecher der Sozialraum AG ein wichtiges Thema. „Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ist die richtige Adresse für Ratsuchende zu diesem Themenkomplex“, erklärt er. Joumaah hat zur Beseitigung der Bilder aus dem Internet einen Weg eingeschlagen, der ihr zunächst als schnellste Möglichkeit erscheint: Sie hat Bakeder Ortsratsmitglieder gebeten, auf die Motorradfreunde einzuwirken, die Fotos freiwillig aus dem Internet zu nehmen.