Bad Münder

Schulen zu verkaufen – Kreis sucht Interessenten

Bad Münder (jhr). Dass der Landkreis sich von einem Schulgebäude trennt, kommt selten vor – in Bad Münder aber gleich zweimal: Sowohl für die Astrid-Lindgren-Schule an der Bahnhofstraße als auch die Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule an der Wallstraße sucht der Kreis Käufer.

Mit der Kooperativen Gesamtschule werden Realschule und Hauptschule in Bad Münder zu Auslaufmodellen. In den KGS-Neubau an der Bahnhofstraße wurden Anfang des Jahres Haupt-, Real- und Förderschüler umgesiedelt – und da die Förderschüler auch später mit der KGS unter einem Dach im Neubau untergebracht werden sollen, wird das Förderschulgebäude nicht länger benötigt. Interessenten für das Objekt rennen den zuständigen Kreis-Mitarbeitern allerdings nicht gerade das Büro ein. Gerade erst sagte ein Interessent ab, in den beim Kreis große Hoffnung gesetzt worden war. Dabei gilt das Objekt an der Bahnhofstraße bei den Kreis-Mitarbeitern durchaus als attraktiv: „Ein schön gelegenes Grundstück, entwicklungsfähig, der Bahnhof nicht zu weit weg. Bad Münder hat es verdient, dass es dort eine vernünftige Nachfolge gibt“, wirbt Werner Budde, Fachdienstleiter Liegenschaften. Rund 7500 Quadratmeter ist das Grundstück groß.

Noch deutlich größer als die Förderschule ist der Bau der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule: 25 allgemeine Unterrichtsräume stehen dort bald leer, außerdem all das, was noch zu einer Schule gehört. Mensa, Aula, Schulhof, Fachklassenräume, Lehrerzimmer, Sekretariate. Im Herbst soll die KGS an die Bahnhofstraße ziehen, dann wird die Nachfolge-Frage akut. Reinhard Müller, Leitender Baudirektor des Kreises, wäre mit der Antwort auf diese Frage bereits gerne ein Stück weiter, aber selbst ein renommiertes, europaweit agierendes Unternehmen, dem der Kreis die Vermarktung des Schulobjektes angeboten habe, habe kein Interesse signalisiert. „Das Problem, dass viele Unternehmen sehen, sind auch die großen Verkehrswege in einem solchen Gebäude“, sagt Budde. Breite, lange Flure gehören zu einer Schule einfach dazu, sind für Büros aber nicht notwendig. Und: Sowohl die Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule als auch die Astrid-Lindgren-Schule seien baulich in gutem Zustand. Die Bauunterhaltung würde den Kreis aber auch bei Leerstand fordern.

Müller und Budde verweisen auf intensive Abstimmungsgespräche mit der Stadt Bad Münder – schließlich sei die Frage der Nachnutzung des Geländes im Herzen der Stadt auch für die Stadtentwicklung von großer Bedeutung.

Artikel vom 03.02.2012 - 00.01 Uhr
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