Bad Münder
Grimmschem Märchen neues Leben eingehauchtDie Musikanten brechen durchs Fenster – Barbara Schnabel und ihre Schüler können sie hören. Foto: jhr
Eimbeckhausen (jhr). Ihr Lieblingsinstrument: die Viola da Gamba. Auf ihr stellt Eva Weiss den Esel vor, charakterisiert den Hund, lässt die Katze fauchen und den Hahn auf die Spitze der Tierpyramide flattern. „Die Bremer Stadtmusikanten“ stellte die Musikerin aus Hannover gestern den Erst- und Zweitklässlern der Grundschule vor – nicht einfach nur als vorgelesenes Märchen, sondern als fantasievoll ausgestaltete Musikgeschichte.
Um die Geschichte fesselnd zu erzählen, nutzte Weiss ein ganzes Arsenal unterschiedlicher und auch ungewöhnlicher Instrumente. Die Nasenpfeife beispielsweise ließ das Käuzchen im Wald rufen, als die Stadtmusikanten den dunklen Wald erreichten. Kolophonium für den Geigenbogen auf der Schnur des Waldteufels steigerte die Spannung nahezu unerträglich, dramatische Trommeln folgten, dann ein mächtiges Getöse, als die Tiere durchs Fenster des Räuberhauses brachen. Weiss schüttelte im alten Sauerkrauteimer, was die Küche hergab: Löffel und Fleischhammer, Blechtasse und Gabel. Die Kinder hatten schnell raus, dass sich mit Tönen Freude und Trauer, Panik und Leichtigkeit ausdrücken lassen. Schulleiterin Barbara Schnabel zeigte sich nach der Aufführung begeistert von der Erzählung der Musikerin – wie auch die Schüler. „Die Kinder erfahren sehr schön, wie etwas entsteht, sich entwickelt, geformt und dargestellt werden kann“, sagt Schnabel. Vor sechs Jahren war Weiss zuletzt in der Grundschule Eimbeckhausen, damals lebte sie noch in Nienstedt. Bis zum nächsten Auftritt vergehen aber nicht wieder sechs Jahre, heute stellt sie den Dritt- und Viertklässlern „Max und Moritz“ vor. „Ich bin gespannt, wie sie das umsetzt“, freut sich Schnabel bereits.