Bad Münder

Behörde verweigert Brückenabnahme

Eimbeckhausen (mf). Seit mehr als einem halben Jahr rollen die Autos nun schon über die neue Eimbeckhäuser Umgehungsstraße. Für die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ist das Kapitel indes noch lange nicht abgehakt. Im Gegenteil: Vermutlich steht ihr im Zusammenhang mit dem Millionen-Projekt noch ein Rechtsstreit ins Haus.

Es geht um die Brücke am Heideweg. Die Landesbehörde verweigert gegenüber der ausführenden Baufirma die Abnahme. Entsprechende Informationen der Neuen Deister-Zeitung wurden gestern von Leiter des Geschäftsbereichs Hameln, Markus Brockmann, bestätigt.

Betroffen sei nicht das Brückenbauwerk selbst, sondern die seitlichen, aus Erddämmen aufgeschütteten Rampen. „Die Qualität ihrer Herstellung entspricht nicht dem, was vereinbart war“, sagt Brockmann. Seine Behörde habe daraufhin den Vertrag mit der Baufirma gekündigt und die Zahlungen gestoppt. „Schließlich geht es um Steuergelder.“ Was genau die Behörde bemängelt, will Brockmann mit Blick auf den sich anbahnenden Rechtsstreit nicht sagen. Dem Vernehmen nach wird dem Bauunternehmen jedoch vorgeworfen, minderwertige Baustoffe verwendet zu haben. Die Standfestigkeit der Brücke sei dadurch aber keinesfalls beeinträchtigt, betont Brockmann. Es gehe andererseits aber auch nicht nur um kosmetische Fragen – eine Nachbesserung beziehungsweise Reparatur der Rampen sei unumgänglich. „Schon allein dafür benötigen wir das Geld, das wir zurückgehalten haben.“

Brockmann trat gleichzeitig Gerüchten entgegen, wonach die Umgehungsstraße dafür gesperrt und der Verkehr noch einmal, wie in alten Zeiten durch Eimbeckhausen geleitet werden müsse. Einschränkungen beim Verkehr werde es nur für die Landwirtschaft geben, die die Brücke nutzt. „Wir werden mit dem Realverband sprechen müssen“, sagt Brockmann. Ihm wird das Brückenbauwerk später nach der Abnahme auch vertragsgemäß übergeben.

Die Baufirma, die vermutlich Klage erheben wird, um an ihr Geld zu kommen, hat auch noch eine zweite Brücke im Auftrag der Landesbehörde errichtet. Dort gebe es bislang aber keine Hinweise auf ähnliche Probleme, sagt Brockmann.

Auf der Umgehungsstraße selbst müssen Verkehrsteilnehmer wohl noch einige Monate mit der Tempobeschränkung von 70 Stundenkilometern leben. Grund dafür sind die sogenannten Aufkantungen seitlich der Fahrbahn, die ein Aufweichen der Bankette durch Regenwasser verhindern sollen. Für Autos könnten die Asphaltborde zu gefährlichen Katapulten werden. Weil das Erdreich neben der Fahrbahn inzwischen jedoch schon gut durchwurzelt sei, können die Aufkantungen in Kürze entfernt werden. Dafür bereitet die Landesbehörde für Straßenbau nach Angaben Brockmanns gerade eine Ausschreibung vor. Die Arbeiten sollen in der ersten Jahreshälfte über die Bühne gehen. Vermutlich ab Sommer darf dann auf 100 km/h beschleunigt werden.

Artikel vom 09.02.2012 - 00.01 Uhr
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