Aktuelles Aerzen - Emmerthal

Protest gegen Pferdeäpfel - Verein zieht Konsequenzen

Aerzen (sbr). An deren Hinterlassenschaften von Vierbeinern auf öffentlichen Straßen und Wegen scheiden sich die Geister. Die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden verweisen auf eine klare Regelung, die besagt, wenn Tiere ihr Geschäft verrichten, sind die Halterinnen und Halter dazu verpflichtet, den Kot als Abfall zu beseitigen. Bei Pferdeäpfeln gestaltet sich die Situation ein wenig schwieriger. Die Beschwerden in Aerzen haben deshalb massiv zugenommen. Der Aerzener Reit- und Fahrvereins „St. Georg“ greift deshalb zu ungewöhnlichen Maßnahmen.
„Wenn man mit dem Pferd unterwegs ist, ist es schwierig, die Pferdeäpfel sofort zu entsorgen. Man müsste das Tier anbinden und anschließend die Hinterlassenschaft entfernen. Dazu wäre eine Schaufel plus Eimer notwendig, die der Reiter aber auf dem Ausritt nicht bei sich führt. So beendet er erst einmal seinen Ausritt und kehrt dann zu Fuß oder mit dem Auto an den Tatort zurück, um die Hinterlassenschaften seines Tieres einzusammeln“, beschreibt Angela Cramer, erste Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins „St. Georg“ in Aerzen die wünschenswerte Praxis. „Leider funktioniert das nicht immer so reibungslos. Wir haben unsere Mitglieder schon mehrfach mündlich und durch Aushang aufgefordert, sich an die Regeln zu halten, mussten aber feststellen, dass unserer Aufforderung zum Teil nur ungenügend nachgekommen wird. Daraus haben wir unsere Konsequenzen gezogen und eine Art Hausarrest über unsere vereinseigenen Schulpferde verhängt. Allerdings werden im Umkreis von 500 Metern rund um den Aerzener Reitstall zahlreiche Pferde gehalten, deren Besitzer ebenfalls Mitglieder des Vereins sind. „Für die Hinterlassenschaften dieser Tiere tragen allein die Besitzer beziehungsweise die zuständigen Pferdepfleger und nicht der Reit- und Fahrverein St. Georg die Verantwortung“, gibt die Vorsitzende zu bedenken. Doch die Vereinsspitze hat sich Gedanken über das Thema Pferdeäpfel und ihre Beseitigung gemacht und ab sofort das sogenannte „Äppel-Telefon“ eingerichtet. Unter der Rufnummer 0170 1723918 ist der Verein ab sofort für von Pferdeäpfel belästigte Anlieger jederzeit zu erreichen. „Wir kommen dann raus und entfernen die Hinterlassenschaft der Pferde.“ Den Verursachern sollen die entstandenen Kosten in Rechnung gestellt werden, so Angela Cramer. Das Geld soll anschließend als Spende in die Jugendarbeit des Vereins fließen.

Artikel vom 18.11.2009 - 12.20 Uhr
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