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Maststall-Pläne - die Emotionen kochen hochÜberregionales Interesse findet der Protest gegen die Mastställe. Ein Team von Spiegel-TV befragt die Kritiker.
Aerzen (cb). Die geplanten Mastställe für fast 80.000 Hähnchen im kleinen Aerzener Ortsteil lassen die Emotionen hochkochen – und die unterschiedlichen Positionen prallen bei einem Informationsabend aufeinander. Einen Fragenkatalog von insgesamt 33 Punkten präsentierten die Einwohner, die das Projekt ablehnen.
Die Kritiker sorgen sich um die eigene Gesundheit, die durch Immissionen des Stalls ausgehen könnten, argumentieren mit dem Tierschutz und befürchten um den sinkenden Wert ihrer eigenen Häuser. Vor allem: Sie sehen sich schon jetzt über Gebühr belastet von den Geruchsbelästigungen, die von einem Schweinestall mit rund tausend Tieren im Ort ausgehen. Beim Thema Gesundheit berief sich ein Vertreter des Landkreises als Genehmigungsbehörde auf Gutachten und besonders die Rechtsprechung. Was Dr. Ludger Frieler, Mediziner und Sprecher der Maststall-Gegner, nicht gelten lassen wollte. „Der Abend ist dazu da, Sorgen und Nöte vorzubringen – die werden wir uns von Richtern und Beamten nicht nehmen lassen“, sagte er. Landwirt Gunther Siekmann, der die Mastställe 400 Meter südlich der Wohnbebauung plant, sagte, dass noch nichts entschieden sei und er die Bedenken ernst nehme. „Ich möchte es mir mit keinem von euch verderben“, meinte er – ihm gehe es derzeit darum, die Nachbarschaft schon zu einem frühen Zeitpunkt zu informieren. Und: Würden gesetzliche Vorgaben nicht eingehalten, würden die Ställe vom Landkreis nicht genehmigt.
Frank Wöbbecke vom Landkreis sagte, dass eventuell noch im Herbst die Öffentlichkeit am Verfahren beteiligt werde und in alle Unterlagen Einsicht nehmen könnten. Anschließend können Einwände erhoben werden – noch sei nichts entschieden. Das sieht auch Eckehard Niemann von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft so, der als Kritiker der „Qual-Tierhaltung“, wie er sagte, gilt, die letztendlich auch der Landwirtschaft schade. „Der Markt ist ruinös“, sagte Niemann, der von den Einwohnern eingeladen worden war. Seine Empfehlung an sie: „Gründen sie eine Bürgerinitiative. Wir haben schon andere Mastställe verhindert – und dafür sieht es hier ebenfalls günstig aus.“