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Feuerwehrübung im Atomkraftwerk Grohnde
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Grohnde (ube). Blaulichter blitzen auf, Feuerwehren fahren mit Sirene zum Kernkraftwerk nach Grohnde. Anwohner machen sich so ihre Gedanken. Ist etwas Schlimmes passiert – oder wird nur geübt? Das ist die Frage, die sich viele stellen. Die Antwort lautet: Die Feuerwehr hat gestern Abend lediglich den Ernstfall geprobt.

Um 18.44 Uhr ertönte ein Heulton auf dem Kraftwerksgelände. Kurz darauf folgte eine Durchsage aus der Leitwarte: „Feuer im Maschinenhaus!“ Alarm für die Werkfeuerwehr. Ein Trupp erkundete die Lage, ein anderer schloss gelbe Schläuche an roten Hydranten an. Verstärkung wurde angefordert. Die Feuerwehr Kirchohsen rückte an. Die Alarmmeldung für die Freiwilligen war wenig konkret: „Unklare Rauchentwicklung im KKW Grohnde.“ Die angenommene Lage erfuhren die Kräfte erst später. Es habe einen Arbeitsunfall mit mehreren Verletzten gegeben, im Maschinenhaus steige Rauch auf, hieß es. Um 19.07 Uhr forderte Gemeindebrandmeister Willi Pflughaupt die Ortswehren Grohnde und Emmern an. Später heulten in Lüntorf und Hagenohsen die Sirenen, wurde mit Feuer 3 die höchste Alarmstufe ausgelöst.

Die jungen Leute, die die Opfer mimten, mussten von den Feuerwehrleuten aus Lüftungsschächten gezogen und an DRK-Rettungsassistenten übergeben werden, die in einem Hangar eine Verletztensammelstelle aufgebaut hatten.

Mit Fukushima habe diese Rettungsübung nichts zu tun, sagt Pflughaupt. Und Detlev Heinrich, beim Kernkraftwerk verantwortlich für den Objekt- und Brandschutz, nickt: „Es ist doch so: Die meisten Feuerwehrübungen finden traditionell im Herbst statt. Wir wollten mal aus dem üblichen Zeitfenster heraus. Zwischen Revision und Urlaubszeit passte es allen.“

Die Zusammenarbeit zwischen der Werkfeuerwehr des Kraftwerks und der öffentlichen Feuerwehr müsse einmal pro Jahr geübt werden, sagt Jürgen Figger, Fachbereichsleiter Schutzfunktionen. Das sei eine Auflage des Niedersächsischen Umweltministeriums, also der Aufsichtsbehörde.

Artikel vom 28.06.2011 - 18.59 Uhr
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