Aktuelles Aerzen - Emmerthal

Die Sirenen haben längst noch nicht ausgedient

Emmerthal (ubo). Die Sirene war in der griechischen Mythologie ein Fabelwesen mit dem Körper eines Vogels und dem Kopf eines Mädchens. Sie wohnte auf einer Insel und lockte mit ihrem betörenden Gesang die Schiffer an, um sie zu töten. Lediglich Odysseus widerstand ihr. In der heutigen Zeit sollen Sirenen die Bevölkerung im Katastrophenfall schützen. Erfunden von dem französischen Ingenieur und Physiker Charles Cagniard de la Tour, waren Sirenen bis in die 1990er Jahre eine Möglichkeit, die Bevölkerung schnell und effektiv zu warnen und die Feuerwehren zu alarmieren. Damals umfasste das Sirenennetz in Deutschland rund 100{FSPACE}000 Standorte, das von den bundeseigenen Warnämtern für Zivilschutz gewartet und instand gehalten wurde. Auch die Kosten trug der Bund. Nach dem Kalten Krieg übernahmen die Städte und Gemeinden die Sirenen, zumal die Warnämter aufgelöst wurden. Aus diesem Grund beteiligte sich auch der Bund nicht mehr an den Kosten der Unterhaltung der Sirenen, die nun auf die Städte und Gemeinden übergingen. „In der Gemeinde Emmerthal kostet die Wartung der Sirenen rund 3000 Euro im Jahr“, erklärt Emmerthals Erster Gemeinderat Elmar Günzel. In der Folgezeit schritt die stille Alarmierung der Feuerwehren mit Funkmeldeempfängern voran, so dass in einigen Städten auch aus Kostengründen die Sirenen abgebaut wurden. Stattdessen sollte die Bevölkerung über Telefon, Handys, Radiowecker, Radio oder vernetzte Rauchmelder gewarnt werden.
 „Doch diese Möglichkeiten brachten keine befriedigenden Ergebnisse“, resümiert der ehemalige stellvertretende Ortsbrandmeister Kirchohsens, Michael Niehus, der sich für die Gemeinde in das Thema Sirenen einarbeitete. In der Gemeinde Emmerthal blieben fast alle Sirenen erhalten. „Lediglich in Börry wurde eine Sirene abgebaut, da dort noch eine zweite vorhanden ist“, erklärt Günzel. Im Katastrophenfall wie Unwetter ruft die Kommune die Stufe I und der Landrat, damit der Landkreis, die Stufe II aus.  „Das Problem, dass unsere Sirenen nur einen Warnton abgeben können, tat sich für die Gemeinde Emmerthal 2007 bei dem Chemieunfall in Kirchohsen auf. Damals traten Gase aus. Die Bevölkerung konnte bei dem Unfall nicht durch Sirenen gewarnt und aufgefordert werden, das Radio einzuschalten, um weitere Informationen zu erhalten und Türen und Fenster geschlossen zu halten“, erläutert er den Hintergrund. „Es gehört zur Pflichtaufgabe der Gemeinde als Gefahrenabwehrbehörde, die Bevölkerung zu warnen. Andererseits dürfen wir keine Panik und Verunsicherung der Bürger schüren“, beschreibt Günzel die schwierige Arbeit.
 Seitdem überlegt die Gemeinde, wie die Bevölkerung gewarnt werden kann. Kurzfristig kam der Vorschlag, Lautsprecherwagen durch die Orte fahren zu lassen. „Doch die Feuerwehr wird vor Ort gebraucht“, stellte die Gemeinde schnell fest. Lesen mehr dazu in unserem Printmedium.

Artikel vom 18.07.2010 - 17.13 Uhr
drucken
Diesen Artikel versenden


   
versenden

Artikel kommentieren






Übersicht | Nachrichten | Lokales | Sport | Kultur | Bilder | Service | Anzeigenmarkt | Impressum
© Deister- und Weserzeitung Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
Eine starke Gruppe: Deister- und Weserzeitung | Pyrmonter Nachrichten | Dewezet Bodenwerder | Schaumburger Zeitung | Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung | Deister-Leine-Zeitung | Neue Deister-Zeitung | Wesio | Weserbergland.Com | Medien 31