Wenn der neue Film der "Batman"-Trilogie, "The Dark Knight Rises", bislang in den Medien auftauchte, dann in Zusammenhang mit den Kino-Morden im amerikanischen Denver. Doch jenseits des Attentats verdient es der Film, auch als Kunstwerk wahrgenommen zu werden. Stefan Stosch hat ihn bereits gesehen.
Regisseur Christopher Nolan treibt dem Fledermaus-Mann – der 1939 als Alternative zu Superman geboren wurde – seine Comic-Attitüden aus. Der schwarze Ritter wird in „The Dark Knight Rises“ zum schmerzgeplagten Kriegsversehrten. Die Zeit für Superhelden läuft ab. Doch Batman muss noch mal ran. Denn Gotham City ist in Gefahr: Bane verspricht, die Reichen abzustrafen. Der Muskelmann mit Hannibal-Lecter-Gedächtnismaske ist die Perversion der Occupy-Bewegung. Er hetzt die Armen gegen die Vermögenden auf. Er zettelt Standgerichte an und nimmt eine ganze Stadt als Geisel. Er lässt die sonst so coolen Finanzjongleure bibbern. Wie nebenbei flicht der Regisseur solche Verweise auf die Wirklichkeit in sein Popcorn-Kino ein – das gerade dadurch als Fantasiegeburt erkennbar bleibt. „The Dark Knight Rises“ ist erschreckend aktuell durch das, was auf der Leinwand geschieht.
Konzessionen ans Blockbuster-Kino muss auch Nolan machen. Über den zerfurchten Polizeichef Jim Gordon (Gary Oldman) und den stur-treuen Butler Alfred (Michael Caine) streut er nervige Verweise auf den Beginn der Trilogie ein. Zwischendurch verliert er sich in Nebenkriegsschauplätzen. Dennoch verfliegen die 164 Kinominuten schnell. Die Geschichte – endzeitmäßig aufgeputscht durch Hans Zimmers Musik – geht nicht in Computer-Gedöns und Schnitt-Gewitter unter. Der Terror auf der Leinwand bleibt greifbar.
- Am Mittwoch, 25. Juli, feiert „The Dark Knight Rises“ Premiere im Maxx-Kino Hameln: um 14, 17.20 und 19.30 Uhr. Danach läuft er täglich dort.
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