Dossier Geschichte
Das Ende der Doppelspitze im Landkreis Weserbergland (doro). Im August 2004 ist es endlich auch im Landkreis Hameln-Pyrmont soweit: Die Landratskandidaten Rüdiger Butte (für die SPD) und Klaus Arnold (für die CDU) treten gegeneinander an. Beide wollen den Posten des ersten hauptamtlichen Landrats, der die Doppelspitze von Oberkreisdirektor und ehrenamtlichem Landrat ablösen soll und direkt vom Bürger gewählt wird. Gegen den Alteingesessenen trägt der ehemalige Chef des Landeskriminalamtes als unbekannter Außenseiter den Überraschungssieg davon.
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Hameln wollte nur in einen Weser-Großkreis zurückkehren Hameln-Pyrmont (joa). Am 15. Dezember 1972 schreibt die Dewezet: „Die Stadt Hameln, vom 1. Januar an nicht mehr kreisfrei, aber immerhin im Rang einer selbstständigen Stadt, wird mit über 60000 Einwohnern zahlenmäßig etwa gleich stark sein wie der übrige Landkreis Hameln-Pyrmont.“
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Hinter der barocken Fassade ging es amtlich zu Hameln (hen). Die älteren Hameln-Pyrmonter werden es noch wissen, die jüngeren kaum mehr einen Gedanken daran verschwenden. Und die ortsfremden Einkaufswilligen könnten es allenfalls auf dem Plexiglasschild nachlesen, das an den historischen Mauern der Stadtgalerie am Pferdemarkt angebracht ist: Der „Konsumtempel“ war einst Kommandantenhaus. Wo heute Rolltreppen von Etage zu Etage führen, wurden Anträge gestempelt und Abgeordnete und Regierende befanden über die Zukunft der Region.
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Zehntausende brauchten einen Platz zum Leben Hameln-Pyrmont. Die dunkle Zeit des Nationalsozialismus war überstanden. Für den Kreis hatte die Stunde Null geschlagen. Eine Verschärfung der allgemeinen Notlage brachte besonders in den Jahren 1946 und 1947 nun der nicht endende Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den Ostgebieten. Durch den Flüchtlingsstrom stieg die Einwohnerzahl des Kreises von rund 50 000 vor dem Krieg auf über das Doppelte. Wohnraumnot und Arbeitslosigkeit waren die Folge.
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Von Verführten und Handlangern des Regimes Hameln-Pyrmont (cb). Theatralischer hätten die Schilderungen nicht sein können, als die Rattenfängerschar 1933 Adolf Hitler in Rohrsen bei seiner Anreise begrüßt. Reichserntedankfest auf dem Bückeberg in Hagenohsen, Hunderttausende sind gekommen, um im Jahr eins des Nationalsozialismus bei der Propagandaveranstaltung dabei zu sein. „Ein herrliches Bild“, schreibt damals der Chronist der Deister- und Weserzeitung. Und die Spielschar kommt ganz dicht an Hitler heran, zu Zeiten, als sich noch keiner vorstellen kann, dass Deutschland eine Diktatur bevorsteht, die in das furchtbare Geschehen von Terror und Weltkrieg mündet.
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Kreisfrei – Hameln befreit sich von Belastungen Hameln-Pyrmont (joa). „Hameln kreisfrei. Nach einer telegrafischen Mitteilung des Ministers des Innern ist das Ausscheiden der Stadt Hameln aus dem Kreise zum 1. April d. Js. genehmigt worden.“ So ist es am 30. März 1923 unter der Rubrik „Aus Stadt und Umgebung“ in der Dewezet zu lesen. In der März-Kreistagssitzung hatte der Hamelner Abgeordnete und Bürgermeister Ado Jürgens zum Ausscheiden der Stadt aus dem Kreisverband nach 38 Jahren betont, dass es sich hierbei nur um die Lösung der Verwaltungsgemeinschaft handele.
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Preußen war für Pyrmont der Gesundbrunnen Hameln-Pyrmont (joa). Die „Hochzeit“ wurde am 5. April 1922 in der Dewezet unter „Bekanntmachungen der Kreisbehörden“ verkündet: „Mit dem heutigen Tage geht die bisher vom Landratsamt Pyrmont geführte Verwaltung auf das Landratsamt Hameln über. In allen den bisherigen Kreis Pyrmont betreffenden Angelegenheiten bin ich als Landrat und Vorsitzender des Kreisausschusses des nunmehr vereinigten Kreises Hameln-Pyrmont allein zuständig.“ Mit dieser Mitteilung bestätigte der damalige Landrat Dr. Ernst Theodor Loeb-Caldenhof den Anschluss der ehemals waldeckschen Provinz Pyrmonts an Preußen, die zum 1. April 1922 amtlich geworden war.
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Zum Kreis zusammengeschweißt Hameln-Pyrmont (joa). Mit einer Verordnung „von Gottes Gnaden“ fing alles an. Grund für die Geburtsstunde des Kreises Hameln war die Inkraftsetzung der preußischen Kreisordnung für die Provinz Hannover: „Wir, Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen, verordnen mit Zustimmung beider Häuser des Landtages der Monarchie für die Provinz Hannover wie folgt …“. Was folgte, wurde am 1. April 1885 amtlich: Aus dem Amt Hameln, dem Amt Polle, dem größeren Teil des Amtes Lauenstein und den Städten Hameln und Bodenwerder war der Kreis Hameln geworden.
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