Feierabend
An fröhliche Bierabende erinnerte er sich gernVon Julia Marre
Hameln. Die königliche Eisenbahndirektion hat zwischen Hameln und Hannover Sonderzüge eingesetzt. Schon Wochen vor dem Osterfest 1912 wirbt sie dafür in der Deister- und Weserzeitung. Wegen der milden Frühlingswitterung wird an den Osterfeiertagen starker Reiseverkehr erwartet. Dass es dann hagelt und graupelt und friert, mag der Eisenbahnverwaltung das Geschäft vermiest haben. Einer, den es trotz des winterlichen Wetters mit Sack und Pack in die Rattenfängerstadt zieht, ist Ernst Jünger. Hier hat er einen wichtigen Termin an der Gröninger Straße: An der Oberrealschule und dem Gymnasium muss er am letzten Ferientag zur Aufnahme antreten. Um 9 Uhr treffen sich die neuen Schüler in der Aula. Im Gepäck hat der 17-Jährige seine Geburtsurkunde und den Taufschein, den Impfschein und ein Abgangszeugnis seiner Wunstorfer Schule. Ob Jünger an diesem Morgen wohl pünktlich ist? Immerhin interessiert er sich für kaum etwas weniger als für die Schule.
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Mißstände beim Fußballspiel Hameln, den 7. April. Die Passanten der Allee in der Deisterstraße an der Seite des alten Exerzierplatzes sind in letzter Zeit sehr häufig dadurch in hohem Grade belästigt worden, daß während der Veranstaltung von Fußballspielen die großen Bälle weit über die Grenze des Spielplatzes hinaus in die Allee, ja bis in die Mitte der Fahrbahn geschleudert wurden. Wie unangenehm, ja unter Umständen wie gefährlich dies für die Passanten ist, bedarf keiner weiteren Begründung; von den schweren, bei schmutzigem Wetter noch dazu sehr unsauberen Bällen getroffen zu werden, zählt doch wahrhaftig nicht zu den Annehmlichkeiten des Lebens. Es kommt noch dazu, daß die jugendlichen Ballspieler in ihrem Eifer dem flüchtigen Wurfgeschoß manchmal in höchst unvorsichtiger Weise bis auf die Fahrstraße nachstürzen und sich dadurch in einzelnen Fällen in die Gefahr gebracht haben, überfahren zu werden. Dieser doppelten Gefahr für die Passanten und die Spieler selbst sollte in der entschiedensten Weise entgegengetreten werden. Sie wird unseres Erachtens in erster Linie dadurch hervorgerufen, daß die Spieler sich in den meisten Fällen zu nahe der Allee aufstellen. Wenn sie sich dabei weiter von den Bäumen entfernen – der große Platz bietet ihnen doch Raum genug – so würde nur in seltenen Fällen sich ein Ball noch einmal in die Allee verirren. Gerade die Freunde des gesunden Rasensportes müssen wünschen, daß jeder berechtigte Anlaß zur Unzufriedenheit des Publikums aus der Welt geschafft wird, zumal wenn das eigenste Interesse der Spieler selbst dabei in Frage kommt.
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Kennen Sie sich aus? Im Jahre 1448 erfand der Mainzer „Johannes Gensfleisch zur Laden zum Gutenberg“, kurz Johannes Gutenberg genannt, die Kunst des Buchdrucks mit beweglichen Lettern. Die Verwendung von beweglichen Lettern revolutionierte die herkömmlichen Methoden der Buchproduktion. Gutenbergs Buchdruck breitete sich schnell in Europa und später in der ganzen Welt aus. An welchem Hamelner Haus ist die Statue von Gutenberg zu sehen?
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Von vielen Legenden umwobene BurgVon Wilhelm Gerntrup
Was wird aus der Arensburg? Nach jüngsten Presseberichten steht der als historische 1A-Immobilie geltenden Anlage eine ungewisse Zukunft bevor. Der derzeitige Eigentümer Heinrich Gruber will das Anwesen so schnell wie möglich loswerden. Auf einem absonderlich anmutenden Angebotsschild im Zugangsbereich ist von „Notverkauf“ die Rede. Als Interessenten sind neben „Otto-Normalverbraucher“ auch „Islamisten, Rechte, Rocker, Sekten und Rotlicht“ willkommen. Eines der bedeutsamsten heimischen Gemäuer scheint am Ende. Auch der als „Naturdenkmal“ ausgewiesene und von Gesetzes wegen gegen „Zerstörung, Beschädigung, Veränderung oder nachhaltigen Störung“ zu schützende Park ist vom endgültigen Niedergang bedroht. Politik und Kreisverwaltung sehen der Entwicklung mehr oder weniger tatenlos-ohnmächtig zu.
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„Unsern Kurfürst ham’ wir dick“Von Wilhelm Gerntrup
Der Name Oetker hat in Schaumburg einen guten Klang. Aus der ursprünglich in Wiedensahl beheimateten Familie sind bedeutende Persönlichkeiten hervorgegangen. Bis ins 18. Jahrhundert hinein lebte die Sippe hauptsächlich von Ackerbau und Viehzucht. Dann trieb die Not mehrere Söhne und Töchter über die Grenzen ihres damals zum Königreich Hannover gehörenden Heimatdorfs hinaus ins benachbarte Ausland. Bevorzugtes Ziel war die zu Hessen gehörende Grafschaft Schaumburg, in der sich aufgrund der industriellen Entwicklung rund um Kohle und Glas bessere Einkommens- und Überlebensmöglichkeiten auftaten. Einer der Wirtschaftsflüchtlinge suchte sein Glück in Obernkirchen, ein anderer wurde Müller in Rehren im Auetal. Es scheint, als habe sich deren Überlebensmut und Selbstbehauptungswille auf die Folgegeneration übertragen. Jedenfalls wuchsen in ihren Familien äußerst strebsame und hochintelligente Söhne heran.
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Geläut gemahnte damals an die Sperrstunde Von Dr. Gerhard Brandt
Schon Kleinkinder setzen gerne Baustein auf Baustein zu einem turmartigen Gebilde, hoch und höher, bis es dann umfällt. Seit Beginn ihrer Geschichte drängte es die Menschen, in die Höhe zu bauen, Türme zu errichten, Hochragendes zu schaffen, die technischen Grenzen des baulich Möglichen zu erproben. Es entstanden Wehrtürme, Geschlechtertürme, Glockentürme, Leuchttürme, Fernsehtürme, Wolkenkratzer. Man kennt die biblische Geschichte des Turmbaus zu Babel (Babylon).
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Die ältesten Stadthäger ruhen im Schatten der KircheVon Karlheinz Poll
Stadthagen. Jetzt wissen wir es genau. Der erste Friedhof in Stadthagen befand sich unmittelbar an der St.-Martini-Kirche. Die Gräber haben sich – wie es in den Gründerjahren der Städte und Dörfer überall üblich war und wie es heute noch an manchen Orten praktiziert wird – rund um das Gotteshaus aufgereiht. Überreste des ehemaligen Friedhofes in der Nähe des Marktplatzes wurden jetzt durch archäologische Ausgrabungen gesichert.
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