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Golf in Corona-Zeiten

84. Masters: Nichts ist wie früher, auch nicht für Woods

Herbst statt Frühling, welkes Laub statt Blütenpracht, leere Spielbahnen statt jubelnder Fans: Für Golfstar Tiger Woods und Co. fühlt sich das 84. Masters in Augusta in Corona-Zeiten anders an.

veröffentlicht am 11.11.2020 um 10:39 Uhr
aktualisiert am 11.11.2020 um 13:10 Uhr

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An diesen Anblick und die Stille beim 84. Masters muss sich auch ein Tiger Woods erst einmal gewöhnen:

Die leuchtenden Frühlingsfarben der üppigen Blumenpracht im Augusta National Golf Club sind den Rot- und Brauntönen des Herbstes gewichen, die Areale um die Spielbahnen und Grüns menschenleer und verwaist. Die Atmosphäre an dem Ort, an dem der US-Superstar mehrmals Geschichte geschrieben hat, wirkt im November des Corona-Jahres 2020 eher gespenstisch. Vieles ist anders beim diesjährigen Masters - nur das grüne Jackett als Trophäe für den Sieger hat weiterhin Bestand.

Das Virus machte auch vor dem Traditionsturnier an der Magnolia Lane im US-Bundesstaat Georgia nicht halt. Die Pandemie zwang die Veranstalter, das Masters von seinem angestammten Termin Anfang April in den Herbst zu verlegen - eine Absage wollte man auf alle Fälle vermeiden. «Das ganze Jahr war für uns alle anders. Und meine Vorbereitung auf Augusta ist anders als alles, was ich jemals erlebt habe. So ist es nun einmal», sagte der 44 Jahre alte Woods.

Vor 19 Monaten gewann der Kalifornier hier unter ohrenbetäubenden «Tiger!, Tiger!, Tiger!»-Rufen zehntausender Fans seinen fünften Masters-Titel und bescherte der Sportwelt eines der bemerkenswertesten Comebacks. Es war einer der wichtigsten und emotionalsten Triumphe seiner 15 Major-Siege - elf Jahre nach seinem letzten Major-Erfolg bei der US Open 2008 und all den privaten Problemen und langwierigen Verletzungen in der Vergangenheit.

Auf die elektrisierende Stimmung, die die Zuschauer sonst auf dem legendären Golf-Kurs verbreiten, müssen die Spieler in diesem Jahr verzichten. «Wir alle werden diese Energie der Menge vermissen», gestand Woods. Wegen der Corona-Pandemie sind keine Fans im Augusta National Golf Club erlaubt.

Beim 84. Masters steht Woods als Titelverteidiger erneut im Mittelpunkt des Interesses. Kann der Kalifornier nochmals so eine Energie aufbringen, um seinen 16. Major-Titel zu holen? Die aktuelle Form spricht gegen den 82-maligen Sieger auf der PGA-Tour. Den Golfplatz im Augusta National kennt Woods aber wie kaum ein anderer. Zum 23. Mal ist der Mann, der 683 Wochen lang die Nummer eins der Welt war, beim Masters am Start.

Einer, der noch mehr Erfahrung hat als Tiger Woods, ist Deutschlands Golf-Idol Bernhard Langer. Für den 63-Jährigen aus Anhausen ist es bereits die 37. Masters-Teilnahme. «Ich habe das Gefühl, dass ich sehr gut in Form bin», sagte der älteste Spieler im Masters-Feld in einem Interview des Internet-Fachportals «Golf Post». Der zweimalige Masters-Champion von 1985 und 1993, der jetzt seit über einem Jahrzehnt die US-Senioren-Tour dominiert, genießt als ehemaliger Champion ein lebenslanges Startrecht bei dem Major-Turnier. Der zweimalige Major-Sieger Martin Kaymer konnte sich in diesem Jahr nicht für das Masters qualifizieren.

Favoriten auf den Masters-Titel gibt es viele. Der aktuelle US-Open-Sieger und Kraftprotz Bryson DeChambeau aus den USA zum Beispiel. Oder Nordirlands Golfstar Rory McIlroy, der endlich auch einmal das grüne Sieger-Jackett überziehen möchte. Auch der Weltranglisten-Erste Dustin Johnson aus den USA oder sein ärgster Verfolger, der Spanier Jon Rahm, gelten als chancenreich. Doch Golf-Routinier und Woods-Intimus Mark O`Meara warnte unlängst die Konkurrenz: «Schreibe niemals einen Tiger Woods ab!»



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