weather-image
In „Steig. Nicht. Aus!“ kämpft er um das Leben seiner Kinder

Thriller mit Wotan Wilke Möhring

Vor dreizehn Jahren macht ein junger deutscher Regisseur mit einem Thriller auf sich aufmerksam: „Antikörper“ feiert seine Premiere in New York, es gibt positive Kritiken für Christian Alvarts Film – in dem Wotan Wilke Möhring („Happy Burnout“) eine der Hauptrollen spielt. Jetzt haben Alvart und Möhring erneut zusammen einen Thriller gedreht: Bei „Steig. Nicht. Aus!“ handelt es sich um die Adaption eines spanischen Films von 2015 („Anrufer unbekannt“).

veröffentlicht am 11.04.2018 um 16:14 Uhr

Wotan Wilke Möhring spielt einen Familienvater, der verdächtigt wird, seine Kinder entführt zu haben. Foto: Iris Janke/NFP marketing & distribution/dpa

Autor:

Matthias Viereck

Alvart, den man auch als „Tatort“-Regisseur kennt, erzählt uns von einem Familienvater und Geschäftsmann, der urplötzlich nicht nur um sein eigenes, sondern auch ums Leben seiner beiden schulpflichtigen Kinder bangen muss. Nebst dem 50-jährigen Möhring sind weitere deutsche Darsteller zu sehen: Mavie Hörbiger etwa, Fahri Yardim und Marc Hosemann.

Vielleicht ist es kein gutes Omen, wenn der Hochzeitstag der 1. April ist: Karl Brendt jedenfalls, erfolgreich im Einsatz für ein Immobilienunternehmen, landet bei dräuendem Gewitter in Berlin-Tegel. Schnell geht’s zur Familie, eigentlich will er seiner Frau (Christiane Paul) zum Jubiläum gratulieren. Die aber ist im Dauerstress, hat den 15. Hochzeitstag komplett vergessen. Stattdessen bringt Brendt den Nachwuchs zur Schule. Auf der Stadtautobahn ereilt ihn ein seltsamer Anruf: „Deine Kinder und du, ihr sitzt auf einer Bombe!“.

Der Unbekannte droht, das Auto mit dem, unterm Sitz versteckten Sprengsatz in die Luft zu jagen, sollte Karl versuchen, auszusteigen. Doch damit nicht genug: Vom Auto aus soll er 67 000 Euro in bar besorgen. Und zudem 400 000 Euro auf ein Offshore-Konto überweisen.

Eine schier unlösbare Aufgabe, und das selbst für einen so abgebrühten Geschäftskerl wie Karl Brendt. Als ihn seine Ehefrau Simone zudem verdächtigt, die gemeinsamen Kinder entführt zu haben, nimmt die Polizei die Verfolgung von Karl auf.

Es kommt nicht nur zu einem wahnwitzigen Wettlauf gegen die Zeit. Regisseur Alvart schenkt uns auch erinnerungswürdige Auftritte von Neben-Darstellern wie etwa Hannah Herzsprung („Vier Minuten“), die hier eine so resolute wie hochschlaue Sprengstoffexpertin verkörpert. Das atemlose filmische Geschehen kulminiert in einem so gekonnt wie auch packend inszenierten Showdown mitten auf dem Berliner Gendarmenmarkt. Wotan Wilke Möhring, dessen Gesichtsfalten, so scheint’s, von Einstellung zu Einstellung an Tiefe gewinnen, gibt eine beeindruckende und nur zuweilen überengagierte Vorstellung. Den fürsorglichen, den warmen Familienvater (stets spürt man, wie sehr er seine Kinder liebt) jedenfalls nimmt man ihm genauso ab wie den kalt-professionellen Business-Typen. Wenn man von einigen, nicht gänzlich nachvollziehbaren und kaum glaubhaften Eckpfeilern im Drehbuch (ebenfalls: Alvart) absieht, handelt es sich bei „Steig. Nicht. Aus!“ um das ergreifende Psychogramm eines Mannes in einer Lebensmittekrise. Eines Mannes, dessen komplettes Leben auseinander zu fallen droht. Der sich in einem unsagbaren Alptraum wieder findet.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt