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Charlize Theron brilliert in „Tully“

Spannende Tragikkömödie ums Muttersein

Seitdem Schauspielerin Charlize Theron in „Monster“ mit viel Zusatzgewicht und übel hässlich geschminkt die Massenmörderin Aileen gespielt hat, ist sie für die einen eine furchtlose Heldin, die für jede Rolle tut, was verlangt wird – und für die anderen ein weiteres Beispiel dafür, dass es am Ende ziemlich mutlos ist, sich als Hollywood-Schönheit für ein Projekt ein wenig heruntergekommen zu präsentieren. Auch in „Tully“ könnte der Südafrikanerin wieder dieser Vorwurf gemacht werden: Um den Alltag einer dreifachen Mutter möglichst realistisch zu zeigen, verzichtet Theron darin erneut auf geglättetes Make-up und hat gut zwanzig Kilo zugenommen.

veröffentlicht am 30.05.2018 um 16:30 Uhr

Tully (Mackenzie Davis, l.) und Marlo (Charlize Theron) in „Tully – Dieses verdammte Mutterglück“ . Foto: Kimberly French/Focus Features/DCM/dpa

Autor:

Christian Fahrenbach

Sie spielt Marlo, eine Anfangvierzigerin, die mit ihrem immer leicht abwesenden, aber grundguten Mann Drew (Ron Livingston) und ihren zwei Kindern in einem Vorort von New York wohnt. Spätestens als zur achtjährigen Sarah und dem Anzeichen von Autismus zeigenden Vorschüler Jonah noch ein Baby hinzukommt, ist Marlo endgültig überfordert. Ihr Unternehmer-Bruder (Mark Duplass) hat die rettende Idee und schenkt ihr eine „Night Nanny“, ein Kindermädchen, das abends ins Haus kommt, nachts über das Kind wacht und Marlo nur weckt, um es ihr an die Brust zu legen. Zunächst zögert sie, doch als die freigeistige Hipster-Mary-Poppins Tully (Mackenzie Davis, deren unfassbar natürliche Chemie mit Theron den Film erst wirklich zum Scheinen bringt) vor der Tür steht, wird sie schnell zur unverzichtbaren Hilfe und besten Freundin.

Im Kern geht es erneut um die Frage, wie wir mit unseren Träumen umgehen und warum wir uns so selten erlauben, was uns eigentlich gut tun würde. Theron veredelt hier mit viel Wärme und schauspielerischer Brillanz die Schwächen einer manchmal etwas thesenhaften Personenkonstellation, und so wird dieser kleine, kluge Film wirklich herausragend.



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