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Das nackte Überleben der Menschheit

„Planet der Affen: Survival“: Die Saga geht weiter

Vor 50 Jahren begann die Geschichte: Der Science-Fiction-Klassiker „Planet der Affen“ kam in die Kinos, vier Fortsetzungen folgten. Im Jahr 2011 schließlich der Neustart der Kino-Serie. Jetzt folgt bereits der dritte Teil des Reboots: In „Planet der Affen: Survival“ wird um die Vorherrschaft auf unserem Planeten gekämpft.

veröffentlicht am 02.08.2017 um 17:00 Uhr

Die Affen um Anführer Caesar Andy Serkis) kämpfen um ihr Recht. Foto: Twentieth Century Fox/dpa

Autor:

Matthias Viereck

Kommenden Februar ist es 50 Jahre her, dass ein legendärer Science-Fiction-Film in den USA in die Kinos kam. „Planet der Affen“, mit Charlton Heston in einer Hauptrolle, wartete mit einer immens spannenden Frage auf: Was wäre, wenn nicht der Mensch, sondern der Affe die am weitesten entwickelte Spezies auf Erden wäre?

Bis 1973 folgten vier Fortsetzungen, bis es im Jahr 2011 schließlich im Kino einen Neustart der Serie gab: In „Planet der Affen – Prevolution“ wird die Menschheit durch ein Virus dezimiert, während sich die Primaten emanzipieren. Teil zwei erzählte 2014 von der evolutionären Weiterentwicklung der Affen, von ihrem Kampf gegen eine zusammengeschrumpfte Menschheit. Jetzt kulminiert die Auseinandersetzung um die Vorherrschaft auf unserem Planeten in „Planet der Affen: Survival“. Erneut schenkt der Brite Andy Serkis dem Affen-Anführer Caesar seine Mimik. Und Woody Harrelson verkörpert Caesars menschlichen Gegenspieler.

Es geht in diesem Film unter der Regie von Matt Reeves um nicht weniger als die Ungewissheit, ob sich die Erde sukzessive zu einem Planeten der Affen entwickelt oder ob sich die seit Jahrtausenden vorherrschende Menschen-Spezies doch noch einmal wird, behaupten kann. Die Primaten rund um Caesar, den großen Schimpansen, sind zwar grundsätzlich friedlich gestimmt – „wir sind keine Wilden“, heißt es an einer Stelle. Die nach einer weltumspannenden Pandemie noch lebenden Menschen aber sind auf Rache aus. Dazu gehört nicht zuletzt ein glatzköpfiger, von Woody Harrelson gespielter, im Film mit keinem Namen bedachter Colonel, der sich in einer burgartigen Festung verschanzt hält.

Caesars Friedenswille indes wird auf eine harte Probe gestellt, als er eines seiner geliebten Kinder verliert. Der Anführer der Affen muss sich entscheiden: Führt er den Aufbau einer friedlichen Affen-Gesellschaft (längst kann sich ein Gutteil der Primaten verbal verständigen, verfügen die Affen über menschenähnliche Kulturtechniken) fort oder gibt er sich seinem Ärger hin?

Wie bereits in den Vorgänger-Werken von 2011 und 2014 sind es auch diesmal die per Computertechnik ins Leben gerufenen Menschenaffen, die einen mit ihrer realistischen Anmutung ein ums andere Mal betören. Da haben es die menschlichen Darsteller ungleich schwerer. Ohnehin ist es diesmal nur ein Schauspieler, der nachhaltig beeindruckt: Woody Harrelsons zwischen Verzweiflung und Wahnsinn, Brutalität und Trauer (um seinen toten Sohn) changierender Colonel führt uns vor Augen, warum der zweifach für einen Oscar nominierte, 56 Jahre alte gebürtige Texaner weiterhin zu den Top-Darstellern Hollywoods gehört. Sein Spiel in diesem Film lässt zudem immer wieder an einen Klassiker der Kinogeschichte denken: Francis Ford Coppolas Kriegsdrama „Apocalypse Now“.

Überhaupt scheint sich Regisseur Reeves in Vorbereitung auf diese Forterzählung des „Planet der Affen“ von amerikanischen Kriegsfilmen à la „Platoon“ inspiriert haben zu lassen. Nicht zuletzt die ungemein stimmungsvolle, fast unheimlich zu nennende Eröffnungssequenz in einem düsteren Waldstück könnte auch einem Kinowerk zum Vietnamkrieg entsprungen sein.

Zwar geht’s auch im dritten Teil der Affen-Saga beim Kampf Mensch gegen Primat teils gehörig zur Sache. Und doch handelt es sich bei „Planet der Affen: Survival“ um kein handelsübliches Action-Spektakel. Dafür ist die Grundstimmung zu elegisch, ja teils fast nachdenklich. Im Gedächtnis bleiben denn auch weniger die kämpferischen Auseinandersetzungen als manch wunderbar erzählte, unerwartet versöhnliche Begegnung zwischen Mensch und Tier. Zum Gelingen des Films trägt indes auch die famose, der schwerblütigen Stimmung zuträgliche Musik von Komponist Michael Giacchino bei. Dieser erhielt 2010 einen Oscar für seine Musik zum Film „Up“. Dass es dem stark fotografierten 140-Minüter, der in 3D in die Kinos kommt, nicht gelingt, aus dem Gegensatz Mensch – Affe derart viel an Kapital zu schlagen wie seine Vorgänger, muss als kleines Manko notiert werden. Der hoch atmosphärischen Inszenierung aber tut das keinen Abbruch.

„Planet der Affen: Survival“ läuft in 3D im Hamelner Maxx-Kino täglich um 14.40, 17.10 und 20 Uhr, Freitag und Samstag auch um 22.20 Uhr.

Im Kino in Rinteln wird er donnerstags bis dienstag 20 Uhr, donnerstags und montags 16.10 Uhr, Freitag, Samstag und Dienstag auch 14.10 Uhr und freitags bis sonntags und dienstags um 17.30 Uhr.

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