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Autor trifft auf Roma-Familie

„Hereinspaziert!“: Culture-Clash-Komödie mit Christian Clavier

„Hereinspaziert!“ ist eine Komödie, die vom Zusammenprall unterschiedlicher Kulturen und Klassen lebt. Den Megaerfolg des Vorgängers wird diese lauwarme, vorhersehbare Klamotte voraussichtlich nicht toppen, findet jedoch unser Autor.

veröffentlicht am 20.09.2017 um 16:55 Uhr
aktualisiert am 20.09.2017 um 18:00 Uhr

Babik (Ary Abittan, re.) macht es sich im Garten des Starautor Jean Etienne Fougerole (Christian Clavier) gemütlich. foto: Nicolas Schul/Universum Film/dpa

Autor:

Johannes der Gathen

Seit einigen Jahren ist die Komödie im krisengeschüttelten Frankreich das mit Abstand beliebteste Genre. Dabei beziehen viele Erfolgsfilme, allen voran der Mega-Hit „Ziemlich beste Freunde“ (2011), ihre Komik aus dem Culture-Clash: Menschen verschiedener Herkunft, Religion und Hautfarbe treffen aufeinander, aber nicht die Konflikte, sondern die Gemeinsamkeiten behalten die Oberhand. Wir sind doch alle Menschen, so lautet die versöhnliche Botschaft.

Dieses optimistische Motto in Zeiten des Terrors galt auch für den Blockbuster „Monsieur Claude und seine Töchter“ (2014), mit dem Regisseur Philippe de Chauveron und sein Hauptdarsteller Christian Clavier mehr als elf Millionen Zuschauer in die Kinos locken konnten. Das gleiche Gespann legt jetzt mit „Hereinspaziert!“ erneut eine Komödie vor, die vom Zusammenprall unterschiedlicher Kulturen und Klassen lebt. Den Megaerfolg des Vorgängers wird diese lauwarme, vorhersehbare Klamotte voraussichtlich nicht toppen – im Vergleich mit dem charmanten Hochzeitsfilm vermisst man als Zuschauer diesmal vor allem Esprit und Witz.

Ein wenig zu selbstgefällig spielt der französische Publikumsliebling Christian Clavier (65) den linksliberalen Bestsellerautor Jean Etienne Fougerole, der sich bei einem TV-Streitgespräch mit einem Populisten zu der Aussage hinreißen lässt, wenn eine hilfsbedürftige Roma-Familie am Tor seiner Luxusvilla stehen würde, wären die Menschen jederzeit bei ihm willkommen.

Zum blanken Entsetzen vor allem von Jean Etiennes steinreicher Ehefrau Daphné (Elsa Zylberstein) stehen am Abend tatsächlich Familienoberhaupt Babik (Ary Abittan) und seine neunköpfige Sippe vor der Tür des wohlhabenden Linken. Zähneknirschend bietet Jean Etienne seinen gepflegten englischen Rasen als Stellplatz für den kaputten Wohnwagen der Roma-Sippe an. Und sein pubertierender Sohn Lionel (Oscar Berthe) knüpft derweil schon einmal zarte Bande zur bildhübschen Tochter des autoritären Patriarchen Babik.

Natürlich sind die Charaktere politisch weitgehend korrekt gezeichnet. Als Roma-Chef Babik auf Betreiben von Jean Etienne einen Job als Museumswächter erhält, erweist sich der struppige Typ in Uniform als knallharter Law-and-Order-Mann. Dagegen bemühen sich die Drehbuchautoren nach Kräften, den eitlen Salonlinken Jean Etienne zu entlarven. Wenigstens ein bisschen, denn natürlich ist auch diese weitgehend pointenfreie Komödie auf ein Happy End gebürstet. Dass dies dann mit einer Hochzeit mit reichlich Blasmusik und Besäufnis irgendwo im Donaudelta zelebriert wird, ist dann doch etwas dick aufgetragen. Ein Film vom Reißbrett, routiniert, aber uninspiriert zusammengezimmert.


„Hereinspaziert!“ läuft in der ersten Woche im Hamelner Maxx-Kino täglich um 16.20 und 20.30 Uhr.

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