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„Life“: Science-Fiction-Thriller mit außerirdischen Schreckensszenarien

Gelebte Fremdenfeindlichkeit im Weltall

Science Fiction ist eine beliebte Projektionsfläche für die Hoffnungen und Ängste einer Zeit. Im Hier und Jetzt erzählt rücken einem verstörende Einsichten manchmal arg nah. Im Weltall oder in der Zukunft lassen sie sich noch etwas besser auf Distanz halten. Zum Beispiel die Grundschuld des Daseins: Jedes Individuum lebt nur, weil es sich ständig die Überreste anderer Individuen einverleibt. Daniel Espinosas Filmspektakel „Life“ führt vor Augen, dass nicht nur Menschen und Tiere schuldig zur Welt kommen – sondern auch jedes Alien.

veröffentlicht am 22.03.2017 um 18:20 Uhr

Rebecca Ferguson und Jake Gyllenhaal schweben durch die Internationale Raumsstation ISS. Foto: Sony Pictures/dpa

Autor:

Fabian May

Der Film spielt auf einer recht originalgetreu nachgebauten Internationalen Raumstation wenige Jahre in der Zukunft. Dort machen sechs Raumfahrer (Jake Gyllenhaal, Rebecca Ferguson, Ryan Reynolds, Hiroyuki Sanada, Ariyon Bakare und Olga Dihovichnaya) die blutige Erfahrung, dass man besser nicht mit einem Elektroschocker an einem rapide wachsenden Super-Zellhaufen vom Mars herumdoktert. Der Prolog ist noch demonstrativ unbeschwert: Zu optimistischer, weltraum-mystischer Musik (Jon Ekstrand) schweben Kamerablick (Seamus McGarvey) und Raumfahrer kreuz und quer durch die Korridore der ISS. Alle arbeiten im erhebenden Bewusstsein, dass in der ankommenden Marssonde die Antwort auf eine Menschheitsfrage warten könnte: Gibt es außerirdisches Leben? Als die in einem Schockschlaf liegende Kreatur im Brutkasten ist, schaut alles hoffnungsfroh auf das von Schleimpilzen inspirierte Ding, das zu Anfang noch wie ein halbtransparentes Designobjekt aussieht: Es bewegt sich! Geschichte wird soeben geschrieben.

Dann beginnt der letzte Tag der Mission. Es kommt zum Überlebenskampf zwischen den Raumfahrern und dem fremden Wesen. Den größten Teil des Films sieht der Zuschauer dem brutalen Lauf der Natur zu, bei dem einiges an Blut durch die Korridore der ISS schwebt. Auch das ist übrigens schön anzusehen.

„Das Raumschiff ist voll“ – dieser Stoff ist nicht neu. „Der Film ist eine Verneigung vor dem Mut, dem Unbekannten ohne Angst zu begegnen“, erklärt Regisseur Espinosa, der bisher mit Thrillerstoffen aufgefallen ist. „Zugleich verweist er auf die Geschichte der Menschheit – wie wir mit Fremdem umgehen, ist keine glorreiche Geschichte. Die Frage ist also vielleicht nicht, was das Fremde uns antut, sondern was wir dem Fremden antun.“ Darüber kann man mal 103 Minuten nachdenken.

„Life“ läuft in der ersten Woche im Hamelner Maxx-Kino täglich um 17.40, 20.30 Uhr, Freitag und Samstag auch um 23 Uhr.

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