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Tom Cruise als Schmuggler und CIA-Agent im Erfolgsrausch

„Barry Seal – Only in America“: Komödie um US-Politskandal

Vor 31 Jahren wurde der Pilot Barry Seal in Baton Rouge, Louisiana, auf offener Straße erschossen. Die Täter waren Mitglieder des berüchtigten Medellín-Kartells aus Kolumbien, für das Seal zuvor Drogen in die USA geschmuggelt hatte. Eigentlich sollte er als Zeuge gegen das Kartell aussagen – und über die Beteiligung von FBI und CIA an den kriminellen Machenschaften. Warum Seal nicht in einem Zeugenschutzprogramm war, bleibt ein Rätsel. Die Verschwörungstheorien halten sich bis heute. Nun ist die Geschichte verfilmt worden.

veröffentlicht am 06.09.2017 um 15:18 Uhr

Ein Ja-Sager stolpert ins große Geschäft: Tom Cruise ist in „Barry Seal“ ganz in seinem Element. Foto: David James/Universal/dpa

Autor:

Philip Dethlefs

Der Film „Barry Seal – Only In America“ von US-Regisseur Doug Liman („Die Bourne Identität“) mit Tom Cruise in der Hauptrolle erzählt auf Basis der wahren Ereignisse die absurde Geschichte Seals, der letztlich dank Unterstützung der Regierung von US-Präsident Ronald Reagan in den 80er Jahren Millionen Dollar verdiente, indem er in großem Stil Drogen ins Land brachte. Der Originaltitel „American Made“ passt insofern noch besser. Domhnall Gleeson ist als zwielichtiger CIA-Agent Monty Schafer zu sehen, der die Aufträge gibt.

Viele Fragen rund um Seals Machenschaften werden wohl nie vollständig geklärt werden. Dem Film zufolge sollte er ursprünglich auf Niedrigflügen über Zentral- und Südamerika im Auftrag der CIA wachsende kommunistische Aktivitäten fotografisch dokumentieren. Nach einer Weile schließt er geschäftliche Verbindungen mit Drogenbaron Pablo Escobar und dessen Partnern.

Als er erstmals gefasst wird, entgeht er einer Gefängnisstrafe in Kolumbien, weil die CIA ihn für ihren nächsten Auftrag braucht. Von seiner neuen Heimat Mena im Bundesstaat Arkansas, wo Seal ein großes Grundstück mit Privatflughafen und Wohnhaus erhält, schmuggelt er fortan Waffen nach Nicaragua, um die Contra-Rebellen zu unterstützen. Die Waffen landen bald woanders und das Drogengeschäft floriert weiter. Doch als Informant genießt der Pilot quasi Immunität.

In der Zeit, als Seal mit seinen illegalen Geschäften Millionen verdiente, war der spätere US-Präsident Bill Clinton Gouverneur von Arkansas. Als Cruise 2015 unter dem Titel „Mena“ erstmals von seinem Filmprojekt berichtete, sollte Brian Dennehy („Rambo“) Clinton spielen. Doch die Rolle verschwand später aus unbekannten Gründen aus dem Skript. Inwieweit Clinton als Gouverneur in den echten Skandal und die Vorkommnisse in Mena eingeweiht und möglicherweise auch involviert war, ist ungeklärt.

Tom Cruise stellt den Piloten und Drogenschmuggler Barry Seal als sympathischen Abenteurer und liebenswerten Familienmenschen dar, der seine Aktivitäten durch den indirekten Regierungsauftrag gerechtfertigt sieht und sein Glück oft selbst kaum fassen kann.

Anfangs erinnert Barry Seals rasanter Aufstieg als Drogenschmuggler in einigen Szenen an Al Pacinos „Scarface“ (1983). Doch während „Scarface“ ein bitterböses Drama ist, bleibt „Barry Seal - Only In America“ auch in dramatischen Szenen eher eine Abenteuerkomödie. Regisseur Liman hat die absurde Geschichte als launigen, sonnigen Unterhaltungsfilm mit vielen Lachern inszeniert.

„Barry Seal – Only in America“ läuft in der ersten Woche im Hamelner Maxx-Kino täglich um 15.15, 17.45 und 20.15 Uhr, außerdem Freitag und Samstag um 22.30 Uhr.

Im Kino in Rinteln kann der Film Mittwoch um 20, Donnerstag bis Samstag und Dienstag um 16.40 und 20.30 Uhr angesehen werden. Am Freitag und Samstag zusätzlich um 22.40 und Montag nur um 16.40 Uhr. Samstag und Dienstag wird er auch 18.20 Uhr gezeigt.

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