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Packende Action, Musik und Romanze

„Baby Driver“: Kein gewöhnlicher Gangsterfilm

Baby Driver ist wohl die schrägste Mischung des Kinosommers: brutale Action im Stil von Quentin Tarantino, dazu perfekte Musik-Choreographie wie in „La La Land“, und eine romantische Portion Gangsterliebe à la „Bonnie und Clyde“. Kann das gut gehen?

veröffentlicht am 26.07.2017 um 14:10 Uhr

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Autor:

Barbara Munke

Schon nach der Einstiegsszene ist die Antwort klar: „Baby Driver“ läuft wie geschmiert. Baby sitzt am Steuer eines Fluchtwagens, aus den Kopfhörern dröhnt der Punk-Rock-Song „Bellbottoms“. Die laute Musik übertönt die Schüsse der Bankräuber. Mit quietschenden Reifen gibt Baby Gas, perfekt auf den Beat zugeschnitten. Fünf Minuten lang klammert man am Sitz – und lässt zwei Stunden lang nicht mehr los.

Ansel Elgort, der Teenie-Schwarm aus dem Krebsdrama „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ und der vernünftige Bruder von Heldin Tris in der Science-Fiction-Trilogie „Die Bestimmung“, ist jetzt ein todesmutiger Fahrer. Sein Auftraggeber ist der Gangsterboss Doc, gespielt von Kevin Spacey. Der ist in „Baby Driver“ so kaltblütig und bedrohlich wie sein US-Präsident Frank Underwood in der Erfolgsserie „House of Cards“.

Mit Sonnenbrille, Kopfhörern und steinerner Miene ist Baby der ultracoole Fluchtfahrer, doch das ist nur die Fassade. Flashbacks führen zu einem traumatischen Autounfall in seiner Kindheit zurück. Seitdem leidet er an Tinnitus, das Klingeln im Ohr will er mit lauter Musik zum Schweigen bringen. Auch ist er das Gangsterleben längst satt.

Jede Szene ist im Takt der Songs geschnitten. Elgort, der auch Ballett studiert hat, tänzelt geschmeidig durch die Straßen, wenn er nicht gerade Gas gibt und mit den Fingern auf dem Lenkrad trommelt. Die Playlist ist eine bunte Genre-Mischung: vom R & B-Hit „Easy“ der Commodores, über den Latin-Song „Tequila“ zu Jazz, Beach Boys, Queen und Barry White. Und dazu der titelgebende Song „Baby Driver“ von Simon & Garfunkel. Neben so viel Coolness hat „Baby Driver“ auch noch Herz. Das zeigt sich vor allem, wenn Baby die alte Kassette mit den Liedern seiner verstorbenen Mutter hört.


„Baby Driver“ läuft im Hamelner Maxx-Kino täglich um 18 und 20.10 Uhr, außerdem Freitag und Samstag um 22.20 Uhr.

Im Kino-Center Rinteln wird der Film täglich 18 Uhr aufgeführt, Freitag, Samstag und Dienstag auch 20.40 Uhr, dienstags zudem um 14.20 Uhr.

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