weather-image
10°
Stadt liegt Bauvoranfrage vor – Politik will Bürgerbeteiligung und weitere Gutachten

Neues Windrad wäre 180 Meter hoch

HESSISCH OLDENDORF. „Wohlwollend, aber auch verbunden mit der Aufforderung zu größtmöglicher Vorsicht“, so soll sie lauten, die Stellungnahme der Stadt Hessisch Oldendorf zur geplanten Errichtung und dem Betrieb einer Windenergieanlage im Ortsteil Fischbeck. Zunächst werden weitere Gutachten gefordert.

veröffentlicht am 26.09.2017 um 15:41 Uhr
aktualisiert am 26.09.2017 um 17:50 Uhr

Ein Hannoveraner Unternehmen will in Fischbeck eine sogenannte Repowering-Anlage errichten. Die Windenergieanlage wäre 180 Meter hoch. Foto: Dana
Avatar2

Autor

Burkhard Reimer Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Während der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses wurde das Thema von Martina Kexel aus der Abteilung Stadtplanung der Stadtverwaltung eingebracht. Es geht um die Bauvoranfrage einer Firma aus Hannover, die eine sogenannte Repowering-Anlage errichten möchte, die eine Gesamthöhe von knapp 180 Metern haben und damit die beiden dort bestehenden Anlagen um rund 80 Meter überragen wird. Zudem könne, wie es in der Vorlage des Stadtplanungsamts weiter heißt, die im Flächennutzungsplan festgelegte Eingrenzung durch die Rotorblätter je nach Windrichtung um mehr als 30 Meter überschritten werden.

Zwar werde dem Windrad dafür auch ein Ertrag von 6000 Megawattstunden vorausgesagt, was wiederum bedeuten würde, dass damit der Energieverbrauch von 1800 Haushalten gedeckt werden könnte. Aber angesichts der Ausmaße der Anlage und der dadurch befürchteten „Beeinträchtigungen für die Schutzgüter Mensch und Umwelt“ hielten die Ausschussmitglieder ebenso wie die Verwaltung Vorsicht für ein Gebot der Stunde. So heißt es auch in der Verwaltungsvorlage, dass die Stadt Hessisch Oldendorf neben den Aspekten des Schallschutzes und des Schattenwurfs, die bereits durch den Antragsteller begutachtet worden seien, „auch gutachterliche Aussagen hinsichtlich der Lichtimmissionen (Befeuerung), zu Flora, Fauna und Habitat sowie zu den Auswirkungen auf das Landschaftsbild einfordern“ werde. Hinsichtlich der Beeinträchtigung durch die Befeuerung, also die Ausstattung entweder des Turms mit weißen Blitzlichtern oder mit roten Lichtern an den Blattspitzen wird insbesondere auf die dadurch auftretenden Lichtblitze, den sogenannten Disco-Effekt, verwiesen.

Ob es in der Sache noch eine vorherige Bürgerbeteiligung geben werde, müsse hausintern noch geklärt werden und sei unter anderem abhängig von der genauen Art des Genehmigungsverfahrens, erklärte Martina Kexel auf Nachfrage aus dem Ausschuss. Dessen Mitglieder waren sich indes einig, dass die Forderung nach umfassender Bürgerbeteiligung in jedem Fall Bestandteil der städtischen Stellungnahme sein solle. Für Günter Kuhnert (Grüne) stand indes bereits fest, „dass wir uns vor dem Hintergrund der Energiewende und vor allem angesichts der Tatsache, dass der Rat eine Resolution zur vorzeitigen Abschaltung des Kernkraftwerks in Grohnde plant, dem Bau einer solchen Windkraftanlage wohl kaum entgegenstellen können“. Zumal, fügte er hinzu, Grohnde ein Gefahrenpotenzial berge, da komme so ein bisschen Lichtflimmern nicht mit.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare