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Coppenbrügge will ausgeuferte Windkraft-Planung bremsen

Wird weitere „Verspargelung“ gestoppt?

Coppenbrügge. Was in Emmerthal schon im Vorfeld geklärt wurde, dass versucht Coppenbrügge nun im Nachhinein. Die Windkraft-Planung in Coppenbrügge sei zu einem abschreckenden Beispiel geworden, zitierte Karl-Heinz Brandt, SPD-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat, Emmerthaler Stimmen aus einem Bericht dieser Zeitung. Die Nachbargemeinde Emmerthal will ein „zweites Coppenbrügge“ verhindern und hat deshalb am Dienstag die Ausweisung von Vorrangflächen beschlossen, auf denen Windräder gebaut werden dürfen. Das hat den Vorteil, dass die Gemeinde steuern kann, wo neue Anlagen entstehen. Derzeit gelten Windkraftanlagen in ganz Deutschland als privilegierte Bauvorhaben und müssen genehmigt werden, wenn keine gewichtigen Gründe entgegenstehen – der Unmut von Bürgern zählt nicht dazu.

veröffentlicht am 16.10.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2015 um 12:49 Uhr

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Autor:

von maike lina schaper
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Den Beschluss, solche Flächen auszuweisen, hat der Coppenbrügger Rat schon im Juli abgenickt. Nun wurde vom zuständigen Planungsbüro „Planungsgruppe Umwelt“ aus Hannover ein Zeitplan für dieses Verfahren vorgestellt. Die aktuelle Schätzung: Mit einer Ausweisung von Vorrangflächen ist Ende 2016 zu rechnen. Vorher müssen von den Planern nach Rücksprache mit der Politik geeignete Stellen gefunden, geprüft und abgewogen werden. In der Zwischenzeit kann die Gemeinde aber erst einmal kräftig durchatmen – während des laufenden Ausweisungsverfahrens werden sehr wahrscheinlich keine neuen Windräder genehmigt. Danach wäre der Bau neuer Anlagen nur noch auf den ausgewiesenen Vorrangflächen möglich.

„Haben wir denn nicht schon genug Windräder in Coppenbrügge?“, fragten sich die Bürger. Für die am Mittwochabend anwesenden Coppenbrügger ist die Windkraft im Flecken ein emotionales Thema. Neben dem Anblick am Tag stört sie auch das dauerhafte Blinken der Lichter in der Nacht.

Die Windräder, die gerade im Bereich Kastanien Süd gebaut werden, hätten schon eine Dimmtechnik integriert, versuchte Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka die Gemüter zu beruhigen. Auch eine bedarfsgerechte „Befeuerung“ der Anlagen wäre technisch möglich. Die Lichter würden dann nur leuchten, wenn sich ein Flugzeug oder Hubschrauber in der Nähe befindet. Die Ausstattung ist aber nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern wäre eine Sonderleistung der Windradbetreiber. Peschka sagte, er bemühe sich, auf die Betreiberfirmen einzuwirken, die Leistung sei aber nicht einforderbar.

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Hinsichtlich der Ausweisung sind einige Ratsmitglieder zuversichtlich, dass es genügen könnte, die vorhandenen Konzentrationsflächen, auf denen jetzt bereits die Windräder stehen, als neue Vorrangflächen zu bestimmen. Im Idealfall würde dann künftig in Coppenbrügge kein Windrad mehr gebaut werden. Zwar könnten die Flächen zwischen den vorhandenen Anlagen noch bebaut werden, eine Verdichtung wäre aber unwirtschaftlich und daher unwahrscheinlich, mutmaßen die Ratsmitglieder.

Festlegen möchte sich aber noch niemand. Erst sollen die Ergebnisse der Planer abgewartet werden. Eventuell könnte es doch noch neue Vorrangflächen für Windräder geben.

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