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Im Bereich Kastanien Süd werden fehlende Turmsegmente und die Rotorblätter montiert

Windräder wachsen weiter

Brünnighausen. Stell dir vor, es stünden Windräder auf der Tagesordnung des Ortsrates und keiner geht hin. Undenkbar für Frühjahr und Sommer dieses Jahres, als die Windmüller den Flecken Coppenbrügge endgültig zum Windpark verbauten und rund um den Ithkopf heftigste Bürgerdiskussionen, bisweilen Entrüstung auslösten. Mittlerweile, da 13 „Riesenspargel“ im Herbstwind und -nebel rotieren, weitere acht Türme noch auf ihre Flügel warten, scheint der Bürgersturm abgeflaut zu sein. „Bericht zum Sachstand der Windenergie“ war Tagesordnungspunkt auf der Ortsratssitzung Brünnighausen und gerade eben drei Bürger, jeweils aus Brünnighausen und Herkensen, sorgten für ein sehr übersichtliches Besucherinteresse.

veröffentlicht am 12.10.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.10.2015 um 12:39 Uhr

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Autor:

Ingrid Stenzel
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Auf mehrheitlichen Gemeinderatsbeschluss (wir berichteten), wird die Vorrangsflächen- und Flächennutzungsplanung wieder aufgenommen. So die Information des zuständigen Sachbearbeiters Rainer Greve vom Bauamt. Der Auftrag für die notwendige Potenzialflächenanalyse als ersten Schritt des Verfahrens ist im August durch den Verwaltungsausschuss an die Arbeitsgemeinschaft des Planungsbüros Reinold (Schwerpunkt Städteplanung/Baugesetz) und die „Planungsgruppe Umwelt“ aus Hannover (Schwerpunkte Landschaftspflege, Natur- und Vogelschutz) vergeben worden. Die Potenzialflächenanalyse dient der Vorbereitung der anschließenden Flächennutzungsplanung und ermittelt zunächst mögliche Bereiche für Windenergieanlagen. Dabei würden zunächst „harte“ und „weiche Tabuzonen“ ermittelt: Bebauung, Straßen, Wald- und Naturschutzgebiete, wo aus rechtlichen Gründen keine Windräder gebaut werden dürfen, sowie Schutzzonen, beispielsweise der Abstand zu Wohngebieten, ohne rechtlich definitiv zwingende Vorgaben.

„Die dann ermittelten möglichen Flächen gehen anschließend in die Flächennutzungsplanung“, so Greve. „Wir rechnen mit Auftragserteilung im ersten Quartal des kommenden Jahres.“ Die Flächennutzungsplanung, stellt er fest, dauere erstens anderthalb Jahre bis 2017 und sei zweitens absolut ergebnisoffen. „Es kann durchaus sein, dass sich dann irgendwo im Gemeindegebiet noch Flächen für die Windenergie aufdrängen.“ Oberstes Ziel der Flächennutzungsplanung unter juristischer Begleitung sei Rechtssicherheit.

Aktuelle Beeinträchtigungen durch Lärm, Beleuchtung und Schattenwurf bereits laufender Anlagen, empfiehlt Greve, die nach subjektivem Empfinden der Anwohner über die Zulässigkeit hinaus gingen, sollten durch entsprechende Protokolle zur Nachkontrolle der Auflageneinhaltung an den Landkreis gemeldet werden. Was die Belästigung durch nächtliche Beleuchtung betreffe, würden grundsätzlich wohl Verbesserungen geplant. Gleichwohl seien die bestehenden Anlagen nach rechtlicher Vorgabe ausgerüstet. Hier werde sich nichts ändern.

Das erste Windrad

soll Anfang November Energie liefern

Zum aktuellen Stand der Coppenbrügger Windenergie: Eine weitere siebte Anlage am Ruhbrink (Windmühlenkontor GmbH, Lemgo) ist bereits genehmigt. Eine konkrete Terminierung des Baubeginns gibt es nach Informationen der Dewezet derzeit nicht. Weitere Anträge liegen im Bauamt nicht vor. Zum Baufortschritt des Windparks Kastanien Süd informiert auf Nachfrage der Dewezet Alexander Heidebroek, Geschäftsführer von Landwind. „Auch wenn einige Zeit keine großen Kräne vor Ort waren, sind wir nach wie vor gut im Zeitplan.“ Aktuell werde die Netzanbindung der acht Windenergieanlagen an das Umspannwerk in Coppenbrügge hergestellt. Die externe Trasse ist fertig verlegt. Diese Woche wird eine Übergabestation (für den Strom vom Windpark zum Umspannwerk) aufgebaut. Bereits errichtet wurde wieder ein Kran, mit dem sukzessive die restlichen Turmsegmente bis auf 140 Meter Nabenhöhe und die Rotorblätter montiert werden sollen. Diese Woche werden letzte Teile für die Anlagen angeliefert. Je nach Wetterbedingungen sollen dann alle Anlagen Anfang Dezember komplett errichtet sein und zum Jahresende in Betrieb gehen. Die erste Windenergieanlage werde voraussichtlich bereits Anfang November Energie erzeugen.

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