weather-image
10°
Ruhbrink: Montage der Rotorblätter heikel

Wie viel Wind verträgt der Aufbau?

Coppenbrügge. Die Windwärts Energie GmbH macht in diesen Tagen ihrem Namen alle Ehre: Das Unternehmen, das in Coppenbrügge sieben jeweils 185 Meter hohe Anlagen vom Typ Enercon E-101 baut, kämpft seit einigen Tagen mit einem Paradoxon: Zu viel Wind für die Windkraftanlagen. Mehrmals hatten die Monteure und Ingenieure von Enercon versucht, die Rotorenblätter in die Luft zu heben und am Motor zu befestigen – mussten aber wegen zu starken Windes immer wieder abbrechen. Lediglich eines der drei „Flügel“ schaffte gestern bis Redaktionsschluss die Reise bis nach ganz oben.

veröffentlicht am 15.08.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 18.08.2015 um 17:29 Uhr

270_008_7757238_lkcs102_nin_1508.jpg

Autor:

Nina Reckemeyer
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die Presseabteilung von Windwärts bestätigt, dass sich die Arbeiten der als Einzelanlage geplanten Windenergieanlage am Ruhbrink vor Ort als „schwierig“ erweisen. Stündliche werde vom zuständigen Bauleiter neu abgewogen, ob eine Montage der Blätter und der damit verbundene Zug nach oben verantwortbar und machbar sei. Eine Unwetterwarnung machte die Sache gestern nicht besser und so sorgten die etwa 20 Tonnen in der Luft für einige Tropfen Schweiß auf dem Feld.

Ein Sicherheitsmitarbeiter, der die Versuche aus nächster Nähe beobachte, sagt: „Das Rotorblatt war in der Luft und der Wind hat drunter gefasst.“ „Wenn eins kaputt geht, müssen die den ganzen Satz austauschen. Die sind ja aufeinander abgestimmt. Da entsteht ein Riesenschaden. Die Dinger kommen aus Mecklenbrug.“

Noch vor wenigen Tagen hatten „die Dinger“ den weiten Weg unbeschadet ins Weserbergland geschafft, als der bislang größte und längste Transport für Windenergieanlagen anrollte. Der 300 Meter lange Konvoi hatte am Mittwochmorgen unter anderem die drei Rotorblätter von jeweils 50 Meter Länge geladen, um dem Ruhbrink seine vorerst letzten Flügel zu bringen.

Je nach Wind und Wetterlage kann die Montage der zwei übrigen Blätter, die derzeit noch am Boden liegen, in den nächsten Tagen erfolgen. Und dann, sagt Silvia Augustin, Pressesprecherin bei Windwärts, „ist die Baustelle abgeschlossen“. „Wenn alles nach Plan läuft, geht die Anlage Anfang September ans Netz“.

Die von Windwärts gebauten Windenergieanlagen in Coppenbrügge haben eine Gesamtleistung von 21,35 Megawatt und erzeugen jährlich ca. 43 Millionen Kilowattstunden Windstrom, was dem Jahresstrombedarf von rund 14 000 Privathaushalten entspricht. Betreiber des Windparks ist die Hamburger Beteiligungsgesellschaft CEE.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare