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Experten messen Schall / Heute Informationsveranstaltung in Bäntorf

Wie laut sind die Rotoren?

COPPENBRÜGGE/BÄNTORF. Sind die Windräder bei Coppenbrügge zu laut? Hundertprozentig genau weiß das bislang niemand. Anwohner vermuten allerdings, dass zumindest zeitweise genehmigte Grenzwerte überschritten werden. Um exakte Daten zu erhalten, wird in Kürze an exponierten Orten die Lautstärke nachgemessen.

veröffentlicht am 15.01.2017 um 14:06 Uhr
aktualisiert am 14.02.2017 um 19:07 Uhr

Der Landkreis hat ein Spezial-Unternehmen beauftragt, im Bereich der Windräder bei Coppenbrügge Schallemissionsmessungen durchzuführen. Foto: Wal
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Der Landkreis Hameln-Pyrmont hat ein Spezial-Unternehmen beauftragt, Schallemissionsmessungen durchzuführen.

Mit den Nachmessungen sollte bereits im November des vergangenen Jahres begonnen werden, war im Coppenbrügger Rat zu hören. Doch bislang wurde das Messinstitut noch nicht vor Ort tätig. Coppenbrügges Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka hatte bereits in einer Ratssitzung darüber gesprochen , dass eine Informationsveranstaltung zum Schallthema geplant sei. Sie findet am heutigen Montag ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Bäntorf statt.

Was wird überhaupt gemacht? Wie und wo wird gemessen? Nachts, wenn kaum störende Nebengeräusche auftreten, oder tagsüber? Was passiert eigentlich, wenn die Ergebnisse aufzeigen sollten, dass sich die Rotoren der Windenergieanlagen (WEA) tatsächlich zu laut drehen? Nicht nur die Mitglieder vom Verein „Bürger für Bäntorf“ dürften die Antworten auf diese Fragen brennend interessieren. „Wir werden eine Schallemissionsmessung an den Windenergieanlagen und Immissionsmessungen an drei ausgewählten Orten vornehmen. Das werden quasi die am meisten belastetenden Stellen im Windparkbereich sein“, sagt Christian Hoffmann. Der Mitarbeiter des Messinstitutes wird auf der Veranstaltung in Bäntorf erläutern, wie das Unternehmen die Überprüfungen vornimmt.

Die Messorte sollen mittlerweile feststehen. Mit den betroffenen Anwohnern müsse aber noch gesprochen werden, erläutert der Ingenieur von der mit den Messungen beauftragten Firma Wind-consult aus Bargeshagen.

„Wir brauchen dafür nicht nur spezielles Wetter, sondern benötigen auch die gesamten Freigaben von den Betreibern der Anlagen, damit wir während der Messungen Starten und Stoppen können“, erklärt der Experte. Die inzwischen feststehenden drei Immissionsorte sollen in drei verschiedenen Himmelsrichtungen zum Windpark liegen. Zum Messen benötigen die Fachleute passende Windrichtungen, durch die die Immissionsorte am meisten belastet werden.

Daher werden die Messungen nicht in einer Nacht zu schaffen sein, heißt es. „Sicherlich wird das schon zwei Nächte dauern, je nachdem wie die Windrichtung und -verteilung ist. Am besten ist ein an- und absteigender Wind, sodass man den gesamten Leistungsbereich des Windparks mitnehmen kann – von langsamer bis schneller Drehzahl“, wie Hoffmann weiter erklärt.

Dass Windenergieanlagen lauter sind als die bei Genehmigungsbehörden eingereichten errechneten Schallgutachten, haben die Techniker Instituts noch nicht gemessen.. „Bisher hatten wir noch nie feststellen können, dass es bei einer in Normalbetrieb laufenden Anlage – ohne irgendwelche Defekte – eine Schallpegelerhöhung gab“, erzählt der Ingenieur. Es passiere jedoch, dass eine Anlage nicht ordnungsgemäß laufe, Rotorblattschäden oder eine Unwucht die Ursachen seien. „Dann ist es schon so, dass es lauter wird“, meint Hoffmann.

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