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Bald steht das letzte; doch noch ist unklar, ob damit Ruhe einkehrt

War's das jetzt mit den Windrädern?

Coppenbrügge. Die Windräder sorgen in der Gemeinde für reichlich Ärger, doch nun könnte vielleicht bald Ruhe einkehren. Ob der aktuelle Stand auch gleichzeitig Endstand ist, hängt davon ab, ob in einem Jahr Vorrangflächen ausgewiesen werden und wenn ja, wo.

veröffentlicht am 30.12.2015 um 10:49 Uhr
aktualisiert am 18.01.2016 um 13:09 Uhr

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Autor:

von maike lina schaper
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Sie schossen in der Gemeinde Coppenbrügge wie die sprichwörtlichen Pilze aus dem Boden und sorgten vielfach für böses Blut: Windräder. Im Windpark Kastanien Süd lässt die Landwind-Gruppe aus Gevensleben als Investor aktuell die letzten Anlagen fertigstellen, einige liefern bereits Strom. Ursprünglich sollten alle acht dort genehmigten Windräder bis Ende des Jahres betriebsbereit sein, der windige Dezember hat den Zeitplan allerdings etwas durcheinandergewirbelt.

Während im Windpark Kastanien Süd zumindest alle Türme hochgezogen worden sind, die Bauarbeiten vor dem Abschluss stehen, lässt der Bau des letzten Windrades im Windpark Ruhbrink (Hauptinvestor ist dort die Windmühlenkontor GmbH aus Lemgo) noch auf sich warten. Sechs Windräder stehen bereits dort zwischen Brünnighausen und Dörpe, sieben weitere gibt es auf dem Gebiet nördlich der Landesstraße 423 Richtung Hohnsen (Kastanien Nord). Investor ist dort die Windwärts Energie GmbH aus Hannover. Mit den acht Windenergieanlagen im Bereich Kastanien Süd werden es dann am Ende insgesamt 22 Windräder sein, die konzentriert auf dem nördlichen Teil des Gemeindegebiets Energie liefern sollen. Drei ältere Anlagen befinden sich noch im Süden des Fleckens an der Grenze zur Gemeinde Emmerthal auf dem Rebenstein.

Im Windpark Kastanien Süd, wo derzeit noch Gondeln und Rotorblätter auf die Türme der letzten Anlagen gesetzt werden, wird es nach aktuellem Stand bei den acht genehmigten Anlagen bleiben. Ein gerichtlicher Widerspruch gegen die Entscheidung, zwei weitere beantragte Windräder nicht zu genehmigen, wurde zurückgezogen. Ursprünglich hatte die Landwind-Gruppe im Bereich Kastanien Süd den Bau von zehn Windrädern beantragt.

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  • Die Grafik zeigt die Verteilung der Windenergieanlagen im nördlichen Teil des Gemeindegebiets.

Kritiker beklagen eine Verspargelung der Landschaft, befürchten den Bau weiterer Anlagen. Aktuell lässt die Gemeinde Coppenbrügge einen Flächennutzungsplan erstellen, um genau das zu verhindern. Gegen Ende des kommenden Jahres soll der Plan der Politik zur Abstimmung vorliegen. Damit will der Flecken bei der Standortwahl der Anlagen wieder Einfluss haben, was in der Vergangenheit nicht der Fall war. Bisher galten Windenergieanlage noch als sogenannte privilegierte Bauvorhaben, die eine Genehmigung erhalten, wenn keine gewichtigen Einwände dagegen sprechen. Mit der Ausweisung von Konzentrationsflächen, sogenannten Vorranggebieten, in einem Flächennutzungsplan, würde das anders.

Planungsergebnisse

werden im Herbst vorgestellt

Das von der Gemeinde beauftragte Planungsbüro „Planungsgruppe Umwelt“ aus Hannover sucht nun nach Flächen, die geeignet sind für Windkraftanlagen. Aufgrund dieser Ergebnisse will die Gemeinde Coppenbrügge entscheiden, ob weitere Flächen ausgewiesen werden oder vielleicht auch nur die Gebiete, auf denen jetzt schon die Windräder stehen, als Konzentrationsflächen deklariert werden. Wenn das der Fall wäre, könnte der Bau von neuen Anlagen aus Abstands- und Platzgründen eventuell verhindert werden.

Mit der Einleitung des Verfahrens können jetzt schon Bauvorhaben für neue Windräder auf Antrag der Gemeinde Coppenbrügge vom Landkreis Hameln-Pyrmont zurückgestellt werden, bis das Verfahren abgeschlossen und klar ist, ob und wo Vorranggebiete ausgewiesen werden. Windräder außerhalb ausgewiesener Vorranggebiete sollen so unmöglich gemacht werden. Voraussichtlich 80 000 bis 100 000 Euro wird die Gemeinde die Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans kosten.

Bis Februar ist das Planungsbüro in der Gemeinde noch auf der Suche nach Gebieten, die das größte Potenzial für Windenergieanlagen haben. Bis zum Juli werden die gefundenen Flächen genauer untersucht, insbesondere unter Aspekten des Naturschutzes. Im Oktober will das Büro so weit sein, Vorschläge für Vorranggebiete zu machen. Der Flächennutzungsplan könnte abschließend zum Ende des kommenden Jahres per Ratsbeschluss geändert werden.

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