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Windpark Coppenbrügge wird mit neuem Investor wohl wie geplant gebaut

Von Flaute keine Spur

Coppenbrügge. Antrag genehmigt, Investor gefunden, Baubeginn terminiert – Anfang 2015 ist die Inbetriebnahme des Windparks Coppenbrügge mit sechs jeweils 185 Meter hohen Windkraftanlagen geplant. Das Jahr 2014 wird so im Flecken Coppenbrügge kein Jahr mit geschäftiger Flaute um vereinzelte Windenergierotoren und aller Voraussicht nach auch kein Jahr sein, in dem der Bau so schleppend vorangeht wie auf dem Flughafen Berlin-Brandenburg „Willy Brandt“.

veröffentlicht am 07.05.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 21.04.2015 um 15:37 Uhr

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Autor:

Ingrid Stenzel
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Bürger und Politiker aus dem Lager „Windkraft ja, aber in Maßen und nicht nur/mehr bei uns“, die im Februar, als die Windwärts Energie GmbH Insolvenz anmeldete, erleichtert die Hände rieben, werden jetzt eines nicht eben aus jedermanns Sicht Besseren belehrt. Knapp drei Monate nach dem Antrag der Geschäftsführung hat das Amtsgericht Hannover mit Wirkung vom 1. Mai das Insolvenzverfahren über die Hannoveraner Projektentwicklungsgesellschaft eröffnet (wir berichteten).

Die Windparkpläne am Ith sind dadurch aber nicht vom Winde verweht worden. Das Investoreninteresse an dem Unternehmen mit 20 Jahren Firmengeschichte und rund 100 Mitarbeitern, das für den Bereich des Fleckens Coppenbrügge acht Windenergieanlagen beantragt hat, sei groß, stellt Insolvenzverwalter Prof. Dr. Volker Römermann in einer Pressemitteilung fest. „Wir sind zuversichtlich, geeignete Partner zu finden und die schwierige Situation zu überwinden.“

Die optimistische Einschätzung der Windwärts-Entwicklung begründe sich durch entscheidende Fortschritte in zwei Projekten, für die bereits Investoren gefunden worden seien: das Projekt Titting in Oberbayern und vor allem das Coppenbrügger Windparkprojekt in der Gemarkung Bäntorf zwischen Hohnsen und Herkensen, nördlich der Landesstraße 423. Wie der Landkreis Hameln-Pyrmont bestätigt, wurde am 6. März die Genehmigung im vereinfachten Verfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImschG) zur Errichtung und zum anschließenden Betrieb von sechs Windenergieanlagen (WEA) „Kastanien Nord“ erteilt. Am 30. April wurde der Finanzierungsvertrag von einem Hamburger Investor unterzeichnet.

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  • Die Grafik zeigt die sechs Anlagenstandorte (Sternchen), die bebaut werden sollen, eine weitere, die am Ruhbrink bereits im Bau ist sowie zwei weitere Standorte (ganz rechts und der mittlere Stern in der linken Sternenansammlung), die sich noch im Prüfungsverfahren befinden. Dana/Quelle: Gemeinde

Bereits im Juni und damit direkt nach Baufertigstellung und Inbetriebnahme der zweiten Anlage am Ruhbrink (wir berichteten) soll der Bau des gegenüberliegenden Windparks beginnen und die Anlage ab Anfang 2015 umweltfreundlichen Strom in das Netz der Westfalen Weser Netz AG einspeisen.

Die sechs Anlagen vom Typ Enercon E-101 mit einer Gesamthöhe von bislang im Flecken unerreichten 185 Metern und einer Leistung von zusammengenommen 18,03 Megawatt werden zukünftig knapp 40 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen, was dem jährlichen Strombedarf von fast 13 000 Haushalten entspricht. Zwei weitere Windwärts-Anlagen (eine davon am Ruhbrink) befinden sich hinsichtlich Erschließung und Turbulenzwirkung auf benachbarte Windenergieanlagen nach Auskunft der Pressestelle des Landkreises Hameln-Pyrmont noch im Prüfungsverfahren. Das dürfte nur ein kleiner Trost für die Coppenbrügger sein, die nur noch kurze Zeit den unverwindräderten Blick über ihre einzigartige Landschaft im Weserbergland genießen können. Der Windpark Coppenbrügge-Hohnsen sei eine „Unternehmensrettung aus der Insolvenz auf unsere Kosten“, ist vielfach der Tenor in den Dörfern.

Die neuen Windkraftanlagen im Windpark Coppenbrügge werden jeweils 185 Meter hoch sein. ist

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