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Investor Reon hat Gutachter eingeschaltet

Neue Windräder? Juristen prüfen

Salzhemmendorf. Wie viele Windräder verträgt eine Region? Während in der Gemeinde Coppenbrügge Anlagen wie Pilze aus dem Boden schießen, erfreuen sich die Bürger in der Gemeinde Salzhemmendorf seit zehn Jahren relativer Ruhe. Doch das könnte sich jetzt schnell ändern. Noch gibt es zwar keinen Antrag, noch sieht sich die Gemeinde Salzhemmendorf auf der sicheren Seite – doch inzwischen forciert die Reon AG aus Lilienthal als Investor ihr Bemühen, direkt im Anschluss an den kleinen Windpark mit fünf Anlagen bei Oldendorf acht weitere Windkraftanlagen zu errichten (wir berichteten). Wie angekündigt, habe man inzwischen einen Gutachter eingeschaltet, der den bestehenden Flächennutzungsplan auf seine Rechtsgültigkeit überprüfe, erklärt Thomas von Glahn, Projektleiter bei Reon.

veröffentlicht am 17.07.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:00 Uhr

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Matthias Aschmann

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Matthias Aschmann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Als Suchgebiet hat der Investor den Bereich zwischen Hemmendorf, Oldendorf und Ahrenfeld (siehe Grafik) ins Auge gefasst, ohne allerdings potenzielle Standorte zu benennen. Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt völlig verfrüht und auch nicht sinnvoll, so von Glahn. Derzeit sei man mit den Grundstücksbesitzern im Gespräch – in „guten Gesprächen“, wie der Projektleiter betont. Vorverträge gebe es jedoch nicht. „Wir arbeiten nie mit Vorverträgen“, unterstreicht von Glahn. Er bezeichnet es als eine für beide Seiten gute Gelegenheit, über das Gutachten Klarheit zu schaffen, ob der Bau weiterer Windkraftanlagen möglich ist oder nicht. Das dürfte daher auch im Interesse der Gemeinde sein.

Salzhemmendorfs Bürgermeister Clemens Pommerening gibt sich gelassen. Der 2005 verabschiedete Flächennutzungsplan sei rechtskräftig, weise zwischen Ahrenfeld, Benstorf und Oldendorf zwei Teilflächen als Vorranggebiet für Windkraftanlagen aus – ohne Höhenbegrenzung, aber mit ausschließender Wirkung für das restliche Gemeindegebiet, wie der Verwaltungschef mit Nachdruck betont. Mit fünf Anlagen – Betreiber ist das Unternehmen Landwind – sei das Vorranggebiet ausgelastet, Platz für weitere Windräder gebe es dort nicht. Die Hände in den Schoß legen werde man allerdings nicht, vielmehr ebenfalls einen Juristen einschalten, der den bestehenden Flächennutzungsplan auf Herz und Nieren prüfen solle. Noch sei man auf der Suche nach einem geeigneten Anwalt.

Pommerening erinnert daran, als Gemeinde sehr frühzeitig aktiv die Weichen hin zu erneuerbaren Energien und auch für den Bau von Windkraftanlagen gestellt zu haben – allerdings in klar definiertem Rahmen. 2008 sei die Gemeinde Salzhemmendorf für sein Energiekonzept in Bonn sogar mit dem Deutschen Solarpreis ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung sei von der „Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien Eurosolar“ verleihen worden. „Wir sehen uns in einer sehr starken Rechtsposition“, gibt sich der Verwaltungschef zuversichtlich. Dem Umweltamt des Landkreises Hameln-Pyrmont sind die Reon-Pläne bislang lediglich aus der Dewezet bekannt. Die Rechtmäßigkeit des bestehenden Flächennutzungsplanes sei bisher durch Klage nicht in Frage gestellt worden, erklärt eine Pressesprecherin des Landkreises. Es stehe jedoch jedem Investor frei, hier eine Prüfung vornehmen zu lassen. „Wir gehen aktuell davon aus, dass rechtlich alles in Ordnung ist und der Flächennutzungsplan einer gerichtlichen Überprüfung Stand hält.“ Solange keine neue Vorrangfläche ausgewiesen sei, würde im Falle einer Antragstellung ein Antragsteller entweder seinen Antrag zurückzunehmen haben oder aber einen abschlägigen Bescheid erhalten, heißt es weiter.

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  • Zwei der fünf Windräder des Betreibers Landwind bei Oldendorf. Dana

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